Stand: 01.08.2017 07:11 Uhr

Özdemir gegen politische Schnellschüsse

Die Bundesanwaltschaft vermutet einen islamistischen Hintergrund bei dem Messerattentat von Barmbek und hat daher die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Cansu Özdemir, die Co-Chefin der Fraktion der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft sagte im Sommerinterview mit NDR 90,3, spontane Taten seien nur schwer zu verhindern. Bis die Tat aufgeklärt sei, halte sie sich mit politischen Forderungen zurück.

Barmbek kein Wahlkampfthema

Als Wahlkampf-Thema eigne sich die Tat jedenfalls nicht, sagte Özdemir - dafür sei das Thema zu ernst. Ebenso wenig eigne sie sich für politische Schnellschüsse: "Erst nach einer gewissen Zeit, wenn eine Aufklärung stattgefunden hat, erst dann können wir wirklich Schlüsse aus diesem Fall ziehen. Und auch erst dann können wir gucken, ob es Fehleinschätzungen wie im Fall Anis Amri gegeben hat." Amri ist der Weihnachtsmarktattentäter von Berlin. Er war ausreisepflichtig, hatte aber keine Papiere.

Behörden stoßen an ihre Grenzen

Ausdrücklich lobte Özdemir die Präventionsprojekte in den Moschee-Gemeinden und die Arbeit des Landeskriminalamtes. Aber auch die Behörden würden bei solchen Taten an ihre Grenzen stoßen: "Wenn solche Taten kurzfristig geplant werden, kann es eben sein, dass man diese Taten nicht unterbinden kann. Und das ist eben auch das Gefährliche und das ist auch die große Herausforderung für die Sicherheitsbehörden." Gut sei jedenfalls, dass die Hamburger insgesamt sehr besonnen auf die Tat reagiert haben, so Özdemir.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.08.2017 | 08:00 Uhr

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