Stand: 23.02.2016 07:24 Uhr

Neues Großkraftwerk immer unwahrscheinlicher

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Hamburgs Umweltsenator Kerstan hält mehrere kleine Biomasse-Kraftwerke für sinnvoller als ein großes Gaskraftwerk.

Bei der Entscheidung über Hamburgs künftige Wärmeversorgung zeichnet sich eine Entscheidung ab. Wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete, wird der Bau eines neuen Gaskraftwerks im Westen der Hansestadt immer unwahrscheinlicher. Stattdessen setzt Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) auf kleinere Kraftwerke, die Energie aus Biomasse erzeugen.

Kein großes Gaskraftwerk in Wedel?

Gartenabfälle, Kartoffelschalen und Wärme aus Industriebetrieben: sie werden wahrscheinlich künftig für warme Wohnzimmer im Hamburger Westen sorgen. Die Umweltbehörde rückt immer mehr von ihrem bisherigen Plan ab, am Standort Wedel ein neues, großes Gaskraftwerk zu bauen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen, wie Umweltsenator Kerstan im Gespräch mit NDR 90,3 erklärte. Denn mittlerweile dürfen konventionelle Kraftwerke nur noch dann Strom und Wärme ins Netz speisen, wenn nicht genügend erneuerbare Energien bereit stehen. Selbst eine üppige Förderung durch den Bund würde wahrscheinlich nicht mehr ausreichen, damit ein Großkraftwerk rund um die Uhr laufen könne, meinte Kerstan.

Kerstan: Mehrere kleine Standorte sinnvoller

Kleinere Kraftwerke, die aus Biomasse Wärme herstellen, seien deshalb sinnvoller und der Grund, warum die Stadt bei ihrer Wärmeversorung künftig wahrscheinlich nicht mehr auf einen zentralen Standort setze, sondern auf mehrere kleinere.

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Die Entscheidung über den Ersatz des Kohlekraftwerks in Wedel wird wohl noch länger auf sich warten lassen. Die Hamburger Umweltbehörde will zunächst weitere Gutachten in Auftrag geben. (13.01.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.02.2016 | 08:00 Uhr