Stand: 05.11.2015 14:30 Uhr

Neue zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge

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Die Registrierungsstelle in Harburg ist zu klein für die vielen neu ankommenden Flüchtlinge geworden.

Angesichts der vielen neuen Flüchtlinge will Hamburg die Erstaufnahme in der Stadt neu organisieren. Künftig sollen die Schutzsuchenden im Stadtteil Rahlstedt registriert, medizinisch untersucht und von dort aus weiterverteilt werden, wie NDR 90,3 am Donnerstag berichtete.

Zentrale Erstaufnahme in Rahlstedt

Die Zentrale Erstaufnahmestelle in der Harburger Poststraße hat nach den Plänen der Innenbehörde ab Dezember ausgedient. Mit 570 Unterkunftsplätzen ist sie zu klein, um die täglich bis zu 600 Ankommenden in Hamburg aufzunehmen, geschweige denn zügig zu registrieren. Wie auf einer Informationsveranstaltung zu neuen Erstaufnahmeeinrichtungen in Rahlstedt bekannt wurde, plant die Innenbehörde eine neue zentrale Anlaufstelle in einer angemieteten Halle im Bargkoppelweg einzurichten. Bis zu 800 Flüchtlinge haben dort Platz.

Schnellere Verteilung angestrebt

Im Rahlstedter Gewerbegebiet stehen mehrere Hallen leer, die von der Stadt gemietet wurden. Dort sollen auch alle für die Erstaufnahme zuständigen Behörden mit Außenstellen vertreten sein. In der neuen Anlaufstelle sollen die Flüchtlinge zunächst registriert werden und nach maximal zwei Tagen in ein anderes nahegelegenes Gebäude umziehen, wo sie dann ihre Asylanträge stellen können. Danach soll auch klar sein, wer in Hamburg bleibt und wer nach dem Königsteiner Schlüssel - er bemisst sich nach Einwohnerzahl und Bruttosozialprodukt - in andere Bundesländer verteilt wird. Nach wiederum maximal fünf Tagen sollen die Asylsuchenden auf die 30 dezentralen Erstaufnahmeunterkünfte in der Stadt verteilt werden. Innenstaastsrat Bernd Krösser bezeichnete das neue Verfahren als ein wichtiges Projekt für Hamburg.

Im Oktober wieder mehr als 10.000 Flüchtlinge

Derweil ist die Zahl der neu nach Hamburg kommenden Flüchtlinge im Oktober noch einmal leicht gestiegen. Nach Angaben der Innenbehörde meldeten sich insgesamt 10.437 Frauen und Männer bei den zuständigen Stellen. 2.836 von ihnen mussten auch in der Hansestadt untergebracht werden. Im Monat zuvor waren es 10.100 beziehungsweise 2.815. Insgesamt befinden sich damit laut Behörde nun rund 17.600 Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen der Stadt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.11.2015 | 13:00 Uhr

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