Stand: 17.01.2016 07:48 Uhr

Nach Übergriffen: Weniger los auf dem Kiez

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Die Polizisten auf der Straße "Große Freiheit" in St. Pauli tragen gelbe Warnwesten.

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht sind die Besucherzahlen auf dem Kiez im Hamburger Stadtteil St. Pauli zurückgegangen. Um den Besuchern mehr Sicherheit zu vermitteln, setzten die Klub-Besitzer am Wochenende verstärkt Sicherheitspersonal ein. Auch die Polizei war rund um die Reeperbahn mit mehr Beamten als sonst unterwegs. Polizisten in gelben Warnwesten liefen durch die Straße und kontrollierten verdächtige Personen.

Polizeisprecher warnt vor Aktionismus

Gleichzeitig machen die Türsteher der Klubs mobil. Sie wollen künftig mit einheitlichen Abzeichen besser wahrgenommen werden und bedrängten Frauen helfen. Zusätzlich sollen Security-Mitarbeiter Frauen auf deren Wunsch hin bis zur S-Bahn-Station begleiten. Der Hamburger Polizeisprecher Timo Zill lobte im Gespräch mit NDR 90,3 die Kooperationsbereitschaft zwischen den Klub-Betreibern und den Behörden, warnte aber auch vor zu vielen Aktionen. Die Sicherheit im öffentlichen Raum sei Sache der Polizei, dafür sei man gut aufgestellt. Aus den Fehlern in der Silvesternacht habe man gelernt.

Quartiersmanagerin: Nicht alle Flüchtlinge kriminalisieren

Nach den Beobachtungen der Türsteher sind zurzeit auf dem Kiez nur noch wenige Flüchtlinge aus dem arabischen Raum zu sehen. Vor Silvester zogen den Angaben zufolge erheblich mehr durch das Rotlichtviertel. Quartiersmangerin Julia Staron warnte vor einer Kriminalisierung aller Flüchtlinge. "Gegen Rassismus und gegen Sexismus" stehe auf den Flyern und Plakaten einer Aufklärungskampagne. Ein angetrunkener Kegelclub aus Deutschland könne auch unangenehm sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.01.2016 | 08:00 Uhr