Stand: 08.07.2017 19:24 Uhr

Schäden durch G20-Krawall: Merkel sagt Hilfe zu

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"Nicht ob, sondern wie": Bundeskanzlerin Merkel sagt den Opfern der Krawalle am Rande des G20-Gipfel Entschädigungen durch den Bund zu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Opfern der Krawalle am Rande des G20-Gipfels eine Entschädigung zugesagt. Sie habe mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) abgesprochen, "dass wir prüfen werden, wie wir gemeinsam mit der Hansestadt Hamburg Opfer von Gewalt bei der Beseitigung der entstandenen Schäden helfen können", sagte Merkel zum Abschluss des G20-Gipfels in Hamburg. Die Gespräche über eine möglichst unbürokratische Hilfe des Bundes mit dem Land Hamburg sollten sehr schnell beginnen. Dabei gehe es nicht um die Frage, ob geholfen werde, sondern nur noch um die Frage, wie.

Olaf Scholz bekräftigt Hilfsversprechen der Stadt

Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz versprach auf seiner Internetseite, auf Twitter und im NDR Fernsehen, dass sich Stadt und Bund bereits auf Hilfe für Betroffene geeinigt habe. Details nannte Scholz am Sonnabend nicht.

Zahlreiche Autos angezündet

Hintergrund der Äußerungen sind die Schäden an Privateigentum durch die Krawalle zum G20-Gipfel. Am Donnerstag und Freitag hatten Demonstranten zahlreiche Autos in Brand gesetzt, Scheiben von Geschäften und Wohnhäusern eingeschlagen, Pflastersteine herausgerissen und Häuserfassaden beschädigt. Einige der Folgen lassen sich nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft durch Versicherungen abfedern.

So oder so: Autofahrer zahlen drauf

Bei Schäden an Autos müssten eigentlich die Verursacher zahlen, doch sind diese bei derartigen Ausschreitungen meist nicht auszumachen. Ausgebrannte Autos können über die Teilkaskoversicherung reguliert werden. Sie übernimmt Schäden durch Feuerwerksböller, Feuer und eingeschlagene Autofenster. Dies habe keine Folgen auf den Schadenfreiheitsrabatt, so der Gesamtverband.

Vandalismusschäden an Autos, etwa durch Steinwürfe, deckt die Vollkaskoversicherung ab. Hier setzt die Versicherung den Beitrag hinterher allerdings herauf. Ganz leer vonseiten der Versicherung gehen Autofahrer aus, die nur eine Haftpflichtversicherung haben. Diese leistet nämlich nur etwas, wenn Versicherte selbst einen Schaden verursachen.

Hausschäden: Brandsatz oder Steinwurf?

Ein Kleinkind auf einem Laufrad fährt an einem ausgebrannten Autowrack vorbei. © dpa Fotograf: David Young

G20 Wer zahlt was nach der Randale?

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Die Krawalle beim G20-Gipfel haben in Hamburg zu zahlreichen Schäden geführt. Wer kommt für ausgebrannte Autos, eingeschlagene Scheiben und beschädigte Fassaden auf?

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Teuer kann es auch für Hausbesitzer werden: Zwar werden Beschädigungen durch Brandsätze von der privaten Wohngebäude- und Hausratversicherung ausgeglichen. Durch Steinwürfe beschädigte Außenfassaden sind allerdings nicht automatisch mitversichert. Nur meist sehr teure Versicherungen decken zum Beispiel "böswillige Beschädigungen" oder "innere Unruhen" mit ab. Hier muss der Versicherte den Einzelfall prüfen. Zerbrochene Fensterscheiben zahlt nur die Glasversicherung. Weder Wohngebäude- noch Hausratversicherungen kommen für diesen Schaden auf, wie die Verbraucherzentrale Hamburg erklärte.

Verletzte Demonstranten können bei dauerhaften Beeinträchtigungen auch auf Versicherungsschutz hoffen. Das gilt allerdings nur für Unbeteiligte. Wer sich bewusst der Gefahr ausgesetzt hat, muss die Folgen selbst tragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.07.2017 | 15:00 Uhr

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