Stand: 25.01.2016 18:10 Uhr

Mieterbund fordert deutlich mehr Wohnungsbau

Der Deutsche Mieterbund fordert angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen eine Steigerung des Wohnungsbaus um 50 Prozent. Bei einer Pressekonferenz am Montag in Hamburg sagte Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Mieterbundes, aufgrund der starken Zuwanderung würde Mietraum in Großstädten sonst unerschwinglich.

Jährlich 400.000 neue Wohnungen gefordert

Schon seit Jahren fordert der Deutsche Mieterbund viel mehr Wohnungsbau. Doch die Rufe verhallten. Angesichts der vielen Füchtlinge müssten Bundes- und Landesregierungen endlich wach werden, mahnte Siebenkotten. Bundesweit fehlten jetzt schon 800.000 Wohnungen. "In dieser Situation ist es notwendig, einen nationalen Kraftakt in Sachen Wohnungspolitik zu betreiben und richtig zu klotzen und nicht zu zu kleckern, um erheblich mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen." Jährlich müssten 400.000 neue Wohnungen entstehen, zurzeit sind es den Angaben zufolge rund 260.000.

Warnung vor Verteilungskämpfen

Der Deutsche Mieterbund forderte, Bund und Länder müssten ihre Förderung des Wohnungsbaus von gegenwärtig 1,5 auf mindestens 6 Milliarden Euro aufstocken. Sonst komme es zu Verteilungskämpfen zwischen Zuwanderern und Alteingesessenen. Selbst das beim Wohnungsbau vorbildliche Hamburg müsse sich stärker ins Zeug legen und zusätzliche Sozialwohnungen bauen, so der Mieterbund.

Mieterverein: Mieten bis zu sieben Prozent teurer

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Auch Hamburg soll mehr Sozialwohnungen bauen, fordert der Mieterbund.

Auch der Mieterverein zu Hamburg fürchtet aufgrund der vielen Flüchtlinge deutliche Mieterhöhungen. Wenn der Senat nicht sofort noch mehr Wohnungen baue, könnten die Mieten bis zu sieben Prozent steigen. Die 6.000 Wohnungen, die in Hamburg jährlich gebaut würden, seien trotz des bundesweiten Lobes zu wenig. 8.000 müssten es sein, sagte der Hamburger Mieterverein-Chef Siegmund Chychla im Gespräch mit NDR 90,3. Zusätzlich solle der Senat 5.600 Wohnungen nur für Flüchtlinge bauen. "Der Wohnungsnotstand wird größer, wenn wir nicht extreme Anstrengungen im Wohnungsbau unternehmen werden", so Chychla. Schon jetzt fehlten 30.000 Wohnungen. Der Mangel treibe die Mieten hoch. Eine Untersuchung habe ergeben, dass bei einer Million Flüchtlingen in Deutschland Hamburgs Mieten zusätzlich um drei Prozent anstiegen.

Änderungswünsche gibt es vom Mieterbund auch für die Mietpreisbremse. Sie wirke bisher kaum. Neumieter müssten ja mindestens so viel Miete zahlen, wie ihre Vorgänger in der Wohnung. Bei diesen Altmieten würden die Wohnungsbesitzer häufig schummeln. Der Mieterbund fordert nun eine saubere Offenlegung der Vormieten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.01.2016 | 18:00 Uhr