Stand: 19.02.2016 13:02 Uhr

Mehr Sprechstunden für Flüchtlingskinder?

Bild vergrößern
Bisher gibt es in den Zentralen Erstaufnahmen für jeweils 1.000 Bewohner einen Hausarzt mit 40 Sprechstunden.

Nach dem Tod des syrischen Flüchtlingsbabys aus der Erstaufnahmeeinrichtung am Rugenbarg sieht die Hamburger CDU Verbesserungsbedarf bei der kinderärztlichen Versorgung in den Einrichtungen. Sie fordert unter anderem mehr kinderärztliche Sprechstunden und eine Pflichtuntersuchung für jedes Kind, wie NDR 90,3 berichtete.

Versorgungsschlüssel sollen verbessert werden

Bisher gibt es in den Zentralen Erstaufnahmen laut Gesundheitsbehörde für jeweils 1.000 Bewohner einen Hausarzt mit 40 Sprechstunden. Und für 500 Bewohner vier Kinderarztstunden. Diese Versorgungsschlüssel reichen der CDU nicht: Sie fordert an mindestens zwei Tagen pro Woche je drei kinderärztliche Sprechstunden in den Unterkünften.

Außerdem will sie, dass alle Kinder, die als Flüchtlinge in die Stadt kommen, von einem Kinderarzt untersucht werden. Welcher Bewohner wann beim Arzt an die Reihe kommt, sollen nicht Sozialarbeiter oder das Wachpersonal entscheiden, sondern die diensthabenden Ärzte.

Behörde weist Vorwürfe zurück

Die Eltern des toten Flüchtlingskindes hatten beklagt, der Sicherheitsdienst habe sie nicht auf die Warteliste für die Sprechstunde gesetzt. Dies weist die Gesundheitsbehörde zurück: Ärzte in den Einrichtungen würden über die Dringlichkeit entscheiden und Kinder bevorzugt behandelt.

Die CDU fordert auch, jedes Kind auf Mangel- und Unterernährung zu untersuchen. Ärzte und Helfer klagen immer wieder, dass die Ernährung in den Erstaufnahmeeinrichtungen nicht kindgerecht sei. Das Gesundheitsamt Altona organisiert die medizinische Grundversorgung in den Erstunterkünften. Laut Gesundheitsbehörde gelten die Hamburger Standards bundesweit als Vorreiter.

Weitere Informationen

Rahlstedter Erstaufnahme öffnet im Mai

Eigentlich sollte sie schon 2015 eröffnet werden, doch wegen Statikproblemen verzögerte sich die zentrale Aufnahme für Flüchtlinge in Hamburg-Rahlstedt. Jetzt gibt es einen neuen Termin. (18.02.2016) mehr

mit Video

Totes Flüchtlingsbaby: Viele Fragen, kaum Antworten

Warum starb Rana? Die Eltern warten noch immer auf eine Antwort. Das UKE schweigt, auch die Behörden sehen kein Versäumnis. Panorama 3 sucht nach Antworten. (16.02.2016) mehr

Große Bühne für Hamburger Flüchtlings-Projekt

In Hamburgs Erstaufnahmen können Geflüchtete mit Hilfe von Video-Dolmetschern nun schneller ärztlich versorgt werden. Auf Knopfdruck stehen Arzt und Patient 50 Sprachen zur Verfügung. (08.02.2016) mehr

Bessere medizinische Hilfe für Flüchtlinge

In allen Hamburger Erstaufnahmen gibt es jetzt Ärzte, die Flüchtlingen schnell helfen können. Dadurch werden laut Gesundheitsbehörde auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlastet. (07.12.2016) mehr

Flüchtlinge in Hamburg

Viele Flüchtlinge suchen Schutz in Hamburg. NDR.de sammelt hier Nachrichten, Reportagen und Interviews zum Thema Flüchtlinge in Hamburg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.12.2015 | 13:00 Uhr

Hintergrund: Flüchtlinge in Norddeutschland

Wie viele Flüchtlinge kommen nach Deutschland und woher kommen sie? Wie viele der Menschen nehmen die norddeutschen Länder auf und wie leben Sie hier? Die wichtigsten Fakten. mehr