Stand: 11.01.2016 20:23 Uhr

Jedes fünfte Kind in Hamburg ist arm

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Katja Karger vom DGB Hamburg kritisiert, dass in Hamburg jedes fünfte Kind in einem einkommensschwachen Haushalt lebt.

In Hamburg ist die Zahl der Kinder, die als arm gelten, leicht gesunken. 2014 habe aber immer noch jedes fünfte Kind in Hamburg in einem Haushalt gelebt, der von Einkommensarmut betroffen sei, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung am Montag mit.

Die Armutsquote der Kinder unter 18 Jahren betrug 2014 in Hamburg 20,4 Prozent. Damit liegt die Stadt etwas über dem Bundesdurchschnitt von 19 Prozent. 2013 lag die Quote der armen Kinder in Hamburg noch bei 23,2 Prozent. Die WSI-Studie zeigt außerdem, dass die Kinderarmut durch die starke Zuwanderung in den kommenden Jahren spürbar steigen könnte.

Die ganze Studie

Studie "Kinderarmut in Deutschland"

Kinder sind in Deutschland nach wie vor besonders von Armut betroffen. Das zeigt die Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts WSI der Hans-Böckler-Stiftung. extern

"Erschreckende Zahlen"

"Diese Zahlen sind erschreckend", sagte Katja Karger, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Hamburg. "Armut bedeutet: Benachteiligung." Sie forderte gezielte Maßnahmen, um zum Beispiel Eltern aus dem Dauerbezug von Arbeitslosengeld II heraus zu bekommen.

"Als arm gelten nach gängiger wissenschaftlicher Definition Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des bedarfsgewichteten mittleren Einkommens beträgt", erklärte das Institut. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liege die Armutsschwelle derzeit bei einem Nettoeinkommen von weniger als 1.926 Euro im Monat.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 11.01.2016 | 19:30 Uhr