Stand: 28.07.2015 15:44 Uhr

Margarine-Streit: Foodwatch droht neue Pleite

Im Streit um die cholesterinsenkende Margarine "Becel pro.activ" droht der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch auch in zweiter Instanz eine Niederlage vor Gericht. Der Pressesenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) hat am Dienstag in Hamburg deutlich gemacht, dass er die Entscheidung der Vorinstanz für richtig hält. Das Hamburger Landgericht hatte eine Aussage über das Lebensmittel als Meinungsäußerung und nicht als Tatsachenbehauptung bewertet. "Es handelt sich um eine Meinungsäußerung", sagte auch Richter Claus Meyer. Er räumte der Berufung kaum Aussichten auf Erfolg ein. Seine endgültige Entscheidung will das OLG am 1. September bekannt geben.

Streit über Nebenwirkungen

Konkret geht der Streit um die Äußerung eines Wissenschaftlers in einer Unilever-Pressemitteilung. Der Konzern zitiert dort einen Gießener Mediziner mit seiner Auffassung, dass aus wissenschaftlicher Sicht für den Verzehr pflanzensterin-angereicherter Produkte keine Hinweise auf Nebenwirkungen vorlägen. Foodwatch wollte dem Hersteller diese Äußerung untersagen und klagte. Die Organisation wirft dem Konzern vor, Nebenwirkungen der Margarine zu verschleiern.

Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation gibt es wissenschaftliche Studien, die den Verdacht erhärten, dass die der Margarine zugesetzten Pflanzensterine Ablagerungen in den Gefäßen verursachen und damit das Risiko auf Herzkrankheiten erhöhen. Unilever hatte diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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Hamburg Journal | 28.07.2015 | 19:30 Uhr