Stand: 25.06.2015 17:30 Uhr

Linke beantragt Ausschuss zur NSU-Ermittlung

Bild vergrößern
Angehörige der Familie Taşköprü (rechts) und Politiker stehen unter dem Straßenschild Tasköprüstraße in Hamburg.

Die Hamburger Linke hat am Donnerstag einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum NSU beantragt. Rund 14 Jahre nach dem Mord an dem Altonaer Gemüsehändler Süleyman Taşköprü sollen mögliche Ermittlungspannen im Mittelpunkt stehen. Nachdem die Polizei etwa zehn Jahre lang im Dunkeln getappt war, wurde erst 2011 bekannt, dass die rechtsextremen Terroristen des "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) Taşköprü erschossen hatten.

Offene Fragen klären

Christiane Schneider (Die Linke) geht es vor allem um zwei Punkte: Es müsse geklärt werden, inwieweit Hamburger Rechte Teil eines rechten Netzwerks waren und welche Rolle die Hamburger Justiz und Sicherheitsbehörden dabei spielten.

Es sei wichtig, dass in allen Ländern ein Untersuchungsausschuss eingerichtet werde - auch in Hamburg. "Weil die Szene nicht auf Thüringen und Sachsen beschränkt war, sondern weil sie länderübergreifend organisiert war und deshalb auch länderübergreifend aufgeklärt werden muss", begründete Schneider die Forderung ihrer Partei.

Innenausschuss berät den Antrag

Es gehe um den gesamten NSU-Komplex. Warum wurde beispielsweise Hamburg zum Tatort, was zog die Mörder hierher, wie kamen sie auf die Schützenstraße, wo Taşköprü erschossen wurde? "Wer hat den Ort ausgekundschaftet?", fragt Schneider. Der Antrag der Linksfraktion wird nun im Innenausschuss beraten, teilte die SPD-Fraktion am Donnerstag mit. Anhaltspunkte, die für die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses sprechen, sehe man aber bisher nicht.

Weitere Informationen

Wer war das NSU-Opfer Süleyman Taşköprü?

Süleyman Taşköprü lebte als Familienvater in Hamburg-Altona und träumte von schnellen Autos. Im Sommer 2001 wird er vom NSU ermordet. Ein Freund der Familie erinnert sich. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.06.2015 | 17:00 Uhr