Stand: 17.12.2015 09:00 Uhr

Von der Volksbadeanstalt zur Wellness-Oase

Das älteste Schwimmbad Hamburgs, das Kaifu-Bad in Eimsbüttel, bekommt eine neue Wellness-Attraktion. Direkt neben dem Hallenbad wurde die frühere Damen- und Mädchen-Schwimmhalle zu einem Solebad umgebaut. Die historische Bausubstanz wurde dabei weitgehend erhalten. Der Umbau ist nach rund vierjähriger Bauzeit fast fertig, offizielle Eröffnung ist am 8. Januar. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Betreiber Bäderland auf 8,8 Millionen Euro. Das Kaifu-Bad war 1895 als Volksbadeanstalt eröffnet worden. Neben den zwei Hallen gehört auch ein beheiztes Außenbecken und ein Freibad samt Liegewiesen und Sprungturm dazu.

Kaifu-Sole: Historisches Bad wird Wohlfühl-Oase

Historische Halle originalgetreu restauriert

"Die Bauarbeiten der Kaifu-Sole waren sehr aufwendig und schwierig", sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel im Gespräch mit NDR.de. Auch weil viele Arbeiten mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt werden mussten. Die rund 120 Jahre alte Schwimmhalle an der Straße Hohe Weide sei in schlechtem baulichen Zustand gewesen. Sie musste 2010 geschlossen werden, zuletzt war sie als Schul-Schwimmhalle genutzt worden.

Zunächst wurde das Gebäude fast vollständig entkernt. Nur die Außenwände und die steinernen Gewölbe blieben stehen. Auch der Eingangsbereich wurde komplett neu gestaltet. Die Halle musste aber nicht nur modernisiert, sondern auch für die neue Nutzung als Solebad angepasst werden. Das Dach wurde komplett abgetragen und aus Holz neu gebaut. Der hohe Salzgehalt der Sole hätte eine Dachkonstruktion mit Metallelementen angegriffen.

"Mischung aus Vorfreude und Spannung"

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Der Leiter des Kaifu-Bades, Toni Drescher, freut sich auf die Eröffnung.

Toni Drescher, Leiter des Kaifu-Bades, ist froh und stolz, dass das große Projekt nach jahrelanger Bauzeit jetzt fertig ist. "Es ist eine Mischung aus Vorfreude und Spannung, wie die neue Sole angenommen wird. Es ist ja ganz viel Neues dabei", sagte Drescher.

Salzgehalt sechs Prozent

Die neue Kaifu-Sole soll laut Bäderland eine "Wohlfühl-Oase" werden. Das Floating-Becken hat eine Ausdehnung von 17 mal 11 Metern, die Wassertemperatur liegt bei 32 Grad, der Salzgehalt bei sechs Prozent. Zum Wellness-Angebot gehört neben Massageanwendungen auch eine mit echten Himalaya-Salzsteinen ausgekleidete Sauna. Außerdem gibt es ein Dampfbad, Entspannungsräume und eine große Dachterrasse. Für eine besondere Atmosphäre sollen ein Unterwasser-Soundsystem und Licht-Illuminationen sorgen. Ab den frühen Abendstunden soll die Therme zur "szenigen Chill-Out-Location" mit Musik werden.

Bade-Geschichte trifft moderne Wellness

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Bäderland-Sprecher Michael Dietel: "Wir schließen mit der Sole eine Lücke in unserem Angebot."

"Wir schließen mit der Sole eine Lücke in unserem Angebot", erklärte Dietel. Mit ihr werde einem "beinahe vergessenen Stück Hamburger Badekultur neuer Glanz verliehen". Die Salztherme sei in ihrer Art und Größe im gesamten norddeutschen Raum einmalig. Laut Dietel schafft sie eine Verbindung "zwischen Hamburger Bade-Geschichte und moderner Wellness-Qualität". Der Eintrittspreis für die Kaifu-Sole liegt bei 21 Euro - inklusive Schwimmen im Kaifu-Bad und im Freibad. Wer auch alle anderen Saunen nutzen will, zahlt 26 Euro.

Salz stammt aus der Sülbecker Thermalsole

Das Salz für das Kaifu-Solebecken stammt laut Bäderland ausschließlich aus der Sülbecker Thermalsole bei Einbeck in Niedersachsen. Das natürliche Steinsalz wird aus 400 Metern Tiefe gefördert, wo es seit seiner Entstehung frei von Umwelteinflüssen lagert. Es wird wegen dem hohen Anteil an Mineralien und Spurenelementen bevorzugt im Wellness- und Gesundheitsbereich eingesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 30.01.2016 | 19:30 Uhr

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