Stand: 30.05.2015 14:00 Uhr

"Hummel" liefert ersten Strom für Kreuzfahrtschiff

Weltpremiere im Hamburger Hafen: Ein schwimmendes Flüssiggas-Kraftwerk kann seit Sonnabend die Kreuzfahrtschiffe der AIDA-Flotte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Die Barge "Hummel" lieferte den ersten Strom aus verflüssigtem Erdgas (LNG) am Kreuzfahrtterminal an die "AIDAsol". Flüssiggas-Kraftwerke sind neben Landstrom eine Möglichkeit, die Schadstoffe aus dem Schiffsbetrieb während der Liegezeit eines Kreuzfahrtschiffes deutlich zu reduzieren. Das Flüssiggas verursacht keine Schwefeloxide oder Rußpartikel. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um 80 und von Kohlendioxid um 30 Prozent, verglichen mit der Stromproduktion im Schiff.

Kerstan: Landstromlösung für Containerschiffe im Blick

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Entwickelt wurde die umweltfreundliche Stromeinspeisung von der Hamburger Firma Becker Marine Systems gemeinsam mit AIDA.

"Das ist ein wichtiger Schritt zu einem noch umweltfreundlicheren Hafen", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Es zeige sich, dass intelligente technische Lösungen der Wirtschaft und dem Umweltschutz nutzen. "Um die Luftqualität im Hafen und in der ganzen Stadt zu verbessern, wollen wir jetzt auch die Containerschiffe für Landstromlösungen in den Blick nehmen", sagte der Senator.

Fünf Generatoren - 7,5 Megawatt Leistung

Am Kreuzfahrtterminal in Altona war die Barge im Oktober vergangenen Jahres getauft worden, es folgte ein monatelanger Probe- und Testbetrieb. Die knapp 77 Meter lange und elf Meter breite weiße Schute hat eine Leistung von 7,5 Megawatt.

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Die Barge kann mit fünf Gasmotoren eine Leistung von 7,5 Megawatt bereitstellen, so viel wie zwei Windkraftwerke an Land.

In der Gasaufbereitungsanlage wird das flüssige Gas erhitzt und anschließend zu den fünf Generatoren weitergeleitet, die den Strom erzeugen, der während der Liegezeit ins Schiff eingespeist wird. Kreuzfahrtschiffe können deshalb ihre Generatoren im Hafen abschalten.

Entwickelt und gebaut hat die Barge die Harburger Firma Becker Marine Systems - in Kooperation mit der Rostocker AIDA-Reederei. Die technischen Voraussetzungen für eine solche Stromversorgung hat bisher allerdings nur die "AIDAsol". Alle zukunftigen AIDA Schiffe werden mit einem entsprechenden Strom- Anschluss ausgerüstet sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.05.2014 | 14:00 Uhr