Stand: 09.09.2015 14:46 Uhr

Hochschulen und Senat wollen Neuanfang

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Wissenschaftssenatorin Fegebank hinterlässt bei den Hamburger Hochschulpräsidenten einen guten Eindruck. (Archivfoto)

Nach zum Teil heftigen Auseinandersetzungen in der vergangenen Legislaturperiode wollen die Hamburger Hochschulen und der Senat einen Neuanfang in der Zusammenarbeit. In einem am Mittwoch vorgelegten Papier sprechen sich die Landeshochschulkonferenz (LHK) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) dafür aus, das Hamburger Hochschul- und Wissenschaftssystem bis 2020 "mit vereinten Kräften gemeinsam weiterzuentwickeln".

Verhältnis zuletzt zerrüttet

Während der SPD-Alleinregierung lagen die Hochschulen vor allem wegen ihrer Finanzierung und ihrer Autonomie im Clinch mit der damaligen Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). Das Verhältnis galt als zerrüttet. Nun legen unter der rot-grünen Koalition alle Beteiligten in dem Papier darauf Wert, "den Sachdialog in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation zu stellen". Viel mehr steht in dem Dokument allerdings nicht. Aus Sicht der Verfasser macht das aber nichts. Ihnen kommt es vor allem darauf an, dass man wieder miteinander redet.

"Klima hat sich positiv verändert"

Der Titel des Papiers - "Gemeinsam für die Wissenschaft in Hamburg" - sei Programm, sagte der LHK-Vorsitzende und Präsident der HafenCity-Universität, Walter Pelka. Seit ihrem Amtsantritt vor rund fünf Monaten habe es mit Senatorin Fegebank zahlreiche erfreuliche Gespräche gegeben, lobte der Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH), Garabed Antranikian. "Das Klima hat sich wirklich positiv verändert." Die Präsidentin der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW), Jacqueline Otten, sprach gar von einer Zäsur. Universitätspräsident Dieter Lenzen sagte, man wolle demonstrieren, "dass wir wild entschlossen sind zusammenzuarbeiten". Mit Fegebank stehe eine offene Persönlichkeit an der Spitze der Wissenschaftsbehörde, "mit der es geradezu eine Freude ist zu diskutieren".

Und Themen gebe es genug. Er nannte unter anderem die Integration von Flüchtlingen in die Hochschulen, die geplante Olympia-Bewerbung Hamburgs oder auch die geplante Exzellenzinitiative, welche für die Hansestadt die letzte Chance "für 30 bis 50 Jahre" sei, sagte Lenzen. Die viel gelobte Senatorin selbst sprach von einem großen Vertrauensvorschuss der Hochschulchefs und betonte, dass die Wissenschaft im Senat und bei den Grünen ganz oben auf der Agenda stehe. So kämen 40 Millionen der zusätzlichen 100 Millionen Euro, welche die Grünen in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD herausgeholt hätten, der Wissenschaft zugute. Über die Verteilung dieser Summe wird nun verhandelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.09.2015 | 14:00 Uhr