Stand: 30.06.2015 09:31 Uhr

Hochbahn: Fahrgast-Zuwachs abgebremst

Mit rund 438 Millionen Fahrgästen hat die Hamburger Hochbahn 2014 in Bussen und U-Bahnen so viele Menschen wie nie zuvor befördert. Allerdings hat sich die Zuwachsrate mit 0,6 Prozent verglichen mit den Vorjahren, als das Wachstum 1,5 bis 2,0 Prozent betrug, deutlich verringert. Hochbahn-Chef Günter Elste führte die Abschwächung bei der Bilanzpressekonferenz am Montag unter anderem auf gesunkene Benzinpreise für Autofahrer, den milden Winter und mehr Radfahrer zurück. Er rechnet jedoch auch künftig mit einer steigenden Nutzung des Angebots, da die Einwohnerzahl Hamburgs wachse und auch der Benzinpreis wieder steigen werde.

Investition in neue U-Bahn-Fahrzeuge

Hohe Investitionen wirkten sich auf das wirtschaftliche Ergebnis aus. Vor allem die neuen U-Bahn-Fahrzeuge vom Typ DT5 und neue Busbetriebshöfe sorgten laut Hochbahn für steigende Kosten. Der durch die Stadt Hamburg auszugleichende Fehlbetrag belief sich 2014 auf 55,4 Millionen Euro (2013: 53,5 Millionen), der Kostendeckungsgrad lag bei 90 Prozent. Im Branchenvergleich sei die Hochbahn einer der effizientesten Verkehrsbetriebe, sagte Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch (parteilos). 60 Prozent der Kosten sind durch den Ticket-Verkauf gedeckt, hinzu kommen Erlöse aus Vermietung, Verpachtung und Beteiligungen.

Bald zwei Drittel der U-Bahn-Stationen barrierefrei

Mit Investitionen in den barrierefreien Ausbau der U-Bahn-Stationen sowie des Streckennetzes will sich die Hochbahn für weiteres Wachstum wappnen. Viele U-Bahnhöfe bekommen in diesem und nächstem Jahr einen Fahrstuhl, zum Beispiel die Stationen Legienstraße, Stephansplatz und Klosterstern. Ende dieses Jahres sollen 63 Prozent der Stationen barrierefrei sein, verspricht die Hochbahn - 2017 sollen dann drei Viertel der insgesamt 91 Bahnhöfe barrierefrei sein.

Planungen für Ausbau des Streckennetzes

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Für die geplante U 5 sind westlich der Alster zwei Varianten im Gespräch (getrichelte Linien).

Außerdem laufen die Planungen für den Ausbau des U-Bahn-Netzes: Neben der neuen Linie U 5 soll es auch in bei den bestehenden Linien weitere Haltestellen geben. Zum Beispiel bei der U 1 die neue Haltestelle Oldenfelde zwischen Farmsen und Berne. Die U 4 soll in drei Jahren bis zu den Elbbrücken fahren. Außerdem soll sie von der Horner Rennbahn aus um zwei weitere Stationen Richtung Osten verlängert werden. In 18 Jahren soll das U-Bahn-Netz dann um ein Drittel erweitert sein. Bei der Streckenführung für die U 5 soll noch im Sommer eine Vorentscheidung fallen. Das Teilstück östlich der Alster soll von Bramfeld zum Jungfernstieg führen. Von dort soll die U 5 bis zum Siemersplatz in Lokstedt fahren. Unklar ist noch, ob es von dort weiter geht zu den Arenen in Stellingen, oder ob die U 5 nicht doch besser unter dem Generalsviertel und dem Eimsbüttler Marktplatz weiter nach Bahrenfeld fährt.

Auch im Busverkehr setzt die Hochbahn auf den Ausbau. Auf stark genutzten Buslinien sollen künftig größere Busse in kürzeren Abständen fahren. Bei der Metrobuslinie M5 habe das bereits zu einer Kapazitätserweiterung um 25 Prozent geführt, so Elste.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.06.2015 | 08:00 Uhr