Stand: 24.02.2016 07:52 Uhr

Hapag-Lloyd: Gewinne in schwierigen Zeiten

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Dank der Fusion mit der chilenischen CSAV wuchs der Umsatz bei Hapag-Lloyd um fast 30 Prozent.

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat erstmals seit Jahren wieder einen deutlichen Gewinn eingefahren: Das Unternehmen verdiente nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr 366 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen. 2014 war noch ein Verlust von 383 Millionen Euro angefallen. Damit habe Hapag-Lloyd seine Ergebnisziele erreicht, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit.

Einsparungen dank Fusion

Der Umsatz erhöhte sich von 6,8 auf 8,8 Milliarden Euro, was auf den Zusammenschluss mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV zurückzuführen ist. Vor allem die Einsparungen nach der Fusion kamen Hapag-Lloyd zugute, wie NDR 90,3 berichtete. 2014 steckte die Hamburger Reederei noch tief in den roten Zahlen. Seitdem hat sich die Lage auf den Schifffahrtsmärkten eher noch verschärft, die Frachtraten sind weiter eingebrochen - also der Preis, den eine Reederei für den Transport von Waren bekommt.

Niedriger Ölpreis hilft

Zugute kommt der Branche aber der niedrige Ölpreis. Rund 7,5 Millionen Container hat Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr transportiert, rund ein Viertel mehr als 2014, was vor allem auf den Zusammenschluss mit CSAV zurückzuführen ist. Seinen kompletten Jahresbericht will die Reederei in einem Monat vorlegen.

Aktie verliert an Wert

Anleger reagierten trotz des positiven Jahresergebnisses enttäuscht: Die Aktien gaben nach der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen am Dienstag um rund sechs Prozent nach. Seit dem Börsengang im November haben die Hapag-Lloyd-Anteile damit um rund 15 Prozent an Wert verloren.

Opposition fordert Konzept für Hamburgs Ausstieg

Die Reederei wird kontrolliert von einem Pool aus CSAV, der Stadt Hamburg und dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne, die zusammen rund 72 Prozent halten. Knapp elf Prozent der Anteile gehören dem Touristik-Konzern TUI. Als größter Anteilseigner hat Hamburg mehr als eine Milliarde Euro investiert. Die Anteile der Stadt sind inzwischen weniger als die Hälfte wert. Die Opposition aus CDU, Linken und FDP in der Bürgerschaft fordert vom Senat ein Konzept, wie sie aus der Reederei aussteigen will.

Nach der Fusion der chinesischen Staatsreedereien Cosco und China Shipping sowie der Übernahme von NOL aus Singapur durch CMA CGM werden die Karten in der Branche neu gemischt. In der Rangliste der großen Reedereien steht Hapag-Lloyd nur noch auf Platz sechs.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.02.2016 | 16:00 Uhr