Stand: 12.01.2017 14:58 Uhr

Metropolregion Hamburg schwächelt

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"Chancen nicht genutzt": Handelskammer-Geschäftsführer Schmidt-Trenz ist unzufrieden mit der Entwicklung der Metropolregion.

Die Metropolregion Hamburg hat sich in den vergangenen 16 Jahren schwächer entwickelt als andere Metropolregionen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Handelskammer Hamburg, die Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz am Donnerstag in der Hansestadt vorstellte.

"Keinen Grund, die Welt schön zu reden"

"Die Metropolregion Hamburg konnte die Chancen, die sich aus der deutschen Wiedervereinigung, der EU-Osterweiterung und der Globalisierung ergaben, offenbar nicht wirklich nutzen, um mehr Wachstum als andere Regionen zu generieren", sagte Schmidt-Trenz. "Es geht uns nicht schlecht, aber es gibt im Verhältnis zur Konkurrenz auch keinen Grund, uns die Welt schön zu reden.“

Mit knapp über 60.000 Euro je Erwerbstätigen lag die Wirtschaftsleistung in der Metropolregion Hamburg hinter den Regionen Stuttgart, Frankfurt, München, Köln/Bonn und Düsseldorf. Nur Berlin liegt noch schlechter, hat sich aber dynamischer entwickelt. Die Wachstumsrate lag zwischen 2000 und 2014 in der Hamburger Metropolregion bei 18 Prozent, in Berlin bei 37 Prozent, allerdings von einer sehr niedrigen Basis. Die anderen Regionen wuchsen zwischen 20 und 29 Prozent mit Ausnahme von Köln/Bonn, das mit 17 Prozent noch hinter Hamburg lag.

Am dünnsten besiedelt

Die Metropolregion Hamburg reicht von Cuxhaven im Westen bis Schwerin im Osten und von Dithmarschen bis Lüchow-Dannenberg. Durch die Aufnahme von strukturschwachen Landkreisen ist in den vergangenen Jahren die Bevölkerung der Metropolregion um zwei Millionen Menschen gewachsen, aber Hamburg ist mittlerweile unter den Metropolregionen in Deutschland am dünnsten besiedelt. Mit fünf Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftsleistung von 193 Milliarden Euro bringe die Metropolregion zwar das wirtschaftliche Gewicht von Portugal oder Irland auf die Waage, doch nehme sie nach Produktivität und Kaufkraft nur den sechsten von sieben Plätzen in Deutschland ein.

Er sei von dem Ergebnis unangenehm überrascht, sagte Schmidt-Trenz. Die Handelskammer fordere ein besseres Standort-Marketing und besser abgestimmte Konzepte zur Unternehmensansiedlung.

HWWI-Forscher kamen zu besserem Ergebnis

Ende des vergangenen Jahres waren zwei Forscher des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) noch zu einem optimistischeren Ergebnis gekommen: Laut ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift "Wirtschaftsdienst" veröffentlicht wurde, entwickelt sich die Metropolregion Hamburg außerordentlich gut. Ein Indiz dafür sei die Schaffung von vielen neuen Arbeitsplätzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.01.2017 | 17:00 Uhr

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