Stand: 22.12.2015 17:40 Uhr

Hamburgs Krankenhäuser bekommen mehr Betten

Bild vergrößern
Bis 2020 soll es in Hamburger Kliniken 530 Betten mehr geben.

Die Gesundheitsbehörde hat für die Kliniken in Hamburg insgesamt 530 neue Betten mehr bis zum Jahr 2020 genehmigt. "Das ist rein rechnerisch ein Krankenhaus mehr", sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Krankenhausplans. Insgesamt wird es dann 12.350 Klinikbetten geben. "Damit wird die Krankenhausversorgung für die Hamburger Bevölkerung und das Umland in den kommenden Jahren bedarfsgerecht und qualitätsorientiert weiterentwickelt", sagte die Senatorin. Nach ihren Worten werden "fast überall in Deutschland Krankenhauskapazitäten abgebaut".

Altersmedizin wird ausgebaut

Ausgebaut werden soll unter anderem die Altersmedizin. So wird es bald die zwölfte geriatrische Abteilung in Hamburg geben. Gleichzeitig gibt es aber auch für die Kinderheilkunde mehr Betten - unter anderem soll mehr für behinderte Kinder und Jugendliche getan werden, wie Prüfer-Storcks sagte. In der stationären Psychiatrie werden die Kapazität hingegen nicht ausgebaut. Die Gesundheitssenatorin setzt mit damit ihren Plan um, vor allem die ambulante Versorgung von psychisch kranken Menschen zu stärken.

Obwohl sich die Verweildauer in den Kliniken wegen des medizinischen Fortschritts und guter ambulanter Angebote verkürze, so Prüfer-Storcks, steige der Bedarf an Krankenhausbetten. Ein Grund sei, dass die Hamburger Kliniken zunehmend von Patienten aus dem Umland und aus anderen Bundesländern genutzt würden. Mittlerweile seien 31 Prozent der Patienten nicht aus Hamburg. "Diese Entwicklung wird voraussichtlich durch die zunehmende Spezialisierung von Krankenhäusern noch zunehmen", sagte Prüfer-Storcks.

Kliniken und Kassen üben Kritik

Kritik am neuen Krankenhausplan für die kommenden fünf Jahre kam von den Kliniken und den Krankenkassen. Die Kliniken hätten gern einen größeren Zuschlag für ihr Budget gehabt. Den Krankenkassen hingegen wäre eine erneute Nullrunde am liebsten gewesen, weil sie den Bettenausbau finanzieren müssen. Denn abrechnen können die Kliniken nur die Betten, die im Krankenhausplan stehen, deshalb ist er so wichtig. In zwei Jahren soll eine Zwischenbilanz zeigen, ob der Plan funktioniert.

Weitere Informationen

Kliniken: Bessere Angebote für Alte und Behinderte

Hamburgs Krankenhäuser bauen ihre Angebote für alte und schwerbehinderte Menschen aus. Bundesweiter Vorreiter ist ein Modellprojekt der Stiftung Alsterdorf. (02.07.2015) mehr

mit Video

Personalmangel in Kliniken gefährdet Patienten

Überlastung und Personalmangel - wieder liegen Panorama 3 Gefährdungsanzeigen von Mitarbeitern und Ärzten der Asklepios-Kliniken in Altona und Wandsbek vor, die aufhorchen lassen. (21.07.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.12.2015 | 17:00 Uhr