Stand: 29.03.2016 06:07 Uhr

Hamburgs Ärzte werden internationaler

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In fast allen Hamburger Arztpraxen wird auch englisch gesprochen.

Die Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten sind gut auf ausländische Patienten vorbereitet. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Versorgungsbericht 2015 der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) hervor. Demnach spricht inzwischen beinahe jeder Arzt (96,1 Prozent) in der Stadt neben deutsch auch englisch. Jeder vierte Mediziner kann französisch sprechen, wie NDR 90,3 berichtet.

Nicht nur die Patienten, sondern auch die Hamburger Ärzteschaft selbst wird laut KVH zunehmend internationaler. Zwar kommen die meisten Ärzte nach wie vor aus Deutschland, aber etwa 530 der fast 5.000 Mediziner in Hamburg sind im Ausland geboren. Viele Mediziner kommen aus Polen, Iran und der Türkei - in absteigender Reihenfolge.

Männer und Frauen fast gleichauf

Einmal im Jahr legt die KVH ihren Versorgungsbericht vor, in dem die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten von der hausärztlichen Versorgung bis zur Hochleistungsmedizin analysiert werden. Ein bundesweit zu beobachtender Trend setzt sich laut dem aktuellen Bericht auch in Hamburg fort: Die Ärzteschaft wird insgesamt immer weiblicher.

Derzeit sind in Hamburg mit 2.409 Frauen fast mehr als dreimal so viele Ärztinnen und Psychotherapeutinnen ambulant tätig als noch im Jahr 1995. Damit sind in Hamburg mittlerweile fast so viele Frauen wie Männer in der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung tätig. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es gibt in Hamburg 659 Hausärzte und 639 Hausärztinnen - als fast gleich viele.

Ärzte werden immer älter

Die Mediziner in Hamburg werden aber nicht nur immer weiblicher, sondern auch immer älter. Fast jeder dritte Vertragsarzt in Hamburg ist inzwischen älter als 60 Jahre. Im Schnitt sind die Mediziner der Stadt 53,5 Jahre alt. 2005 lag das Durchschnittsalter noch bei 51,5 Jahren. Ärztemangel droht aber eher nicht, denn Hamburg ist laut einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für junge Ärzte und Therapeuten attraktiv. Allerdings wollen immer weniger Mediziner eine eigene Praxis haben. Bereits heute ist jeder vierte Arzt in Hamburg angestellt.

Mit Bluthochdruck zum Arzt

Die KVH hat auch die Ergebnisse einer Befragung der Versicherten mit in ihren Versorgungsbericht aufgenommen und listet die 30 häufigsten Diagnosen auf. Mit Abstand der häufigste Grund, aus dem die Hamburger zum Arzt gehen, ist Bluthochdruck, danach folgen Diabetes und zu hoher Cholesterinspiegel, auf Platz vier depressive Erkrankungen.

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