Stand: 14.03.2016 08:50 Uhr

Hamburger ärgern sich über Mogelpackungen

Hamburger Verbraucher ärgern sich am meisten irreführende Kennzeichnungen von Lebensmitteln. Das ist das Ergebnis einer großen Verbraucherbefragung, die NDR 90,3 exklusiv vorliegt und von Verbraucherzentrale und Gesundheitsbehörde in Hamburg durchgeführt wurde. Unter den Top Fünf der größten Ärgernisse landeten außerdem unerwünschte Werbemails, Mogelpackungen, fehlender Durchblick beim Kleingedruckten von Verträgen und niedrige Sparzinsen.

Ärgert: Gammelfleisch, Werbeanrufe, Mogelpackungen

Gammelfleisch, Werbeanrufe und unnötige Verpackungen

Mehrere Monate lang konnten Hamburger im Internet darüber abstimmen, was aus ihrer Sicht beim Thema Verbraucherschutz falsch läuft. Der Fragebogen bestand aus drei Fragen mit insgesamt 37 Antwortmöglichkeiten. Bei den Anworten waren Mehrfachnennungen möglich.

Eine Frage lautete: "In welchen Bereichen Ihres Konsumalltags sehen Sie derzeit die drängendsten Probleme?" Hier kreuzten mit 94,6 Prozent nahezu alle Befragten mindestens ein Ernährungsthema an. Der häufigste Beschwerdegrund war hier die irreführende Kennzeichnung. Aber auch Gammelfleisch oder andere verunreinigte Lebensmittel, unnötige Verpackungen oder angeblich gesunde Süßigkeiten für Kinder schätzten die Teilnehmer der Umfrage als problematisch ein.

Probleme mit Finanzdienstleistungen (84,4 Prozent) und Telekommunikation und Internet (82,3 Prozent) wurden ähnlich häufig genannt wie Probleme mit Lebensmitteln. Die Verbraucher, die an der Umfrage teilnahmen, beschwerten sich über niedrige Sparzinsen, unerwünschte Werbeanrufe oder lange Wartezeiten in den Praxen. Letzters wurde insgesamt 292 mal angeklickt, das entspricht 50,6 Prozent der Fälle. Ein knappes Drittel der Befragten monierte eine Falschbehandlung durch Arzt oder Krankenhaus (30,5 Prozent). Dauerbrenner bleiben auch die hohen Energiepreise und Schwierigkeiten beim Wechsel der Anbieter.

Unzufriedenheit über Arbeit der Behörden

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Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) will sich an den Befragungs-Ergebnissen orientieren.

Nur ein Drittel der Befragten ist zufrieden mit der Arbeit der Behörden und Ämter. Auf die Fragen "Fühlen Sie sich durch Behörden und Ämter hinreichend in Ihrer Gesundheit und Sicherheit als Verbraucher geschützt?" antworteten nur 31,9 Prozent der Befragten mit Ja. Hamburgs Gesundheits- und Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) ist trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis der Umfrage: "Wir wollen die Probleme und Sorgen der Bürger möglichst gut kennen, damit wir die Politik noch besser daran orientieren können", sagte sie NDR 90,3.

In vielen Punkten wie den Wartezeiten beim Arzt habe die Politik schon reagiert, sagte Prüfer-Storcks. Deshalb gebe es inzwischen die sogenannten Terminservicestellen. An der Umfrage teilgenommen haben vom 1. November 2015 bis zum 31. Januar 2016 knapp 600 Menschen, sie ist daher nicht repräsentativ. Die Umfrage soll laut Verbtraucherzentrale in einem Abstand von einem oder zwei Jahren wiederholt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.03.2016 | 07:30 Uhr