Stand: 11.02.2016 14:57 Uhr

Hamburger "Ufo" soll Fische zählen

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Minister Schmidt (l.) und Projektleiter Gröger begutachten das "Ufo".

Die Fische in der Kieler Förde werden demnächst von einem neuartigen Unterwasser-Fisch-Observatorium aus Hamburg gezählt: Das abgekürzt "Ufo" genannte Gerät wurde vom Thünen-Institut für Seefischerei entwickelt und am Donnerstag von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vorgestellt.

Start bei der Kieler Woche

Mit einem empfindlichen Sonarsystem und Spezialkameras kann das stationäre Gerät auf dem Meeresgrund Fische erkennen und sogar Art, Gewicht und Alter bestimmen, wie Projektleiter Joachim Gröger erläuterte. Das Gerät wurde bereits in der Nordsee erprobt und soll während der Kieler Woche in der Förde abgesetzt werden. "Ich halte das für eine ganz wichtige Unterstützung unserer Strategie, bis zum Jahr 2020 die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Fischbestände zu haben und zu verifizieren", lobte der Minister.

Vorteil des Geräts: Fische müssen nicht wie bisher gefangen werden, um die Bestände zu erfassen. Schmidt will nun auch bei der EU für das Modell werben und für den Mittelmeerraum vorschlagen. Dort haben sich die Anrainer noch nicht auf verbindliche Fangquoten einigen können, viele Fischarten dort gelten als stark gefährdet.

Schmidt empfiehlt Fisch aus Nord- und Ostsee

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Bilder aus der Wissenschaft: Minister, Wissenschaftler und Aal.

Bei seinem Besuch in der Hansestadt sagte Schmidt, er könne Verbrauchern empfehlen, Fisch aus Nord- und Ostsee zu essen. Die Bestände von Hering, Kabeljau und Dorsch seien dank strenger Fangquoten und verschärfter Kontrollen wieder stabil.

Er versprach auch Unterstützung für Forschungsvorhaben zu Aquakulturen. Unter anderem experimentieren die Wissenschaftler damit, Fische in Zuchtanlagen mit Pflanzenresten aus der Biodieselherstellung zu ernähren - um so weniger auf Fischmehl angewiesen zu sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.02.2016 | 15:00 Uhr