Stand: 04.01.2016 17:24 Uhr

Hamburger Polizei gründet Soko "Rocker"

Die Hamburger Polizei will mit einer neuen Sonderkommission die zunehmende Gewalt zwischen verfeindeten Rockergruppen in der Hansestadt in den Griff bekommen. Die Soko "Rocker" werde aus 50 Beamten der Kriminalpolizei bestehen, erklärte Polizeisprecher Jörg Schröder am Montag.

Polizisten stehen nachts auf der Reeperbahn an einem Taxi. © NDR

Rockerstreit: "Mongols" gegen "Hells Angels"

Hamburg Journal -

Nach der jüngsten Eskalation zwischen den Rockerclubs "Mongols" und "Hells Angels" hat die Hamburger Polizei eine Sonderkommission gegründet. Eine Zusammenfassung der Ereignisse.

4 bei 6 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Mehr Razzien und mehr Präsenz

Bild vergrößern
Mirko Streiber war Pressesprecher der Hamburger Polizei, jetzt soll er die Sonderkommission gegen die Rocker leiten.

Chef der Soko wird Mirko Streiber, der bis Mai vergangenen Jahres die Pressestelle leitete. Die Soko solle repressiv gegen Straftäter aus der Rockerszene vorgehen, aber auch vorbeugend wirken, sagte Schröder. So solle es vermehrte Razzien, eine stärkere Präsenz an Szenetreffpunkten oder eine Ansprache von sogenannten Gefährdern geben. Die Beamten sollen ferner prüfen, ob ein Verbot des Rockerclubs "Mongols" möglich ist. Die rivalisierenden "Hells Angels" sind in Hamburg schon seit 1983 verboten.

Polizeisprecher Schröder sagte NDR 90,3: "Es ist eine Eskalationsstufe erreicht, die die Polizei sich nicht bieten lassen wird. Es kann jedermann treffen, wenn es zu Schüssen auf dem Kiez kommt. Das werden wir nicht dulden, insofern haben wir uns zu diesem Schritt entscheiden, eine Soko einzubinden."

"Mongol" mit Messer angegriffen

Seit Monaten tobt ein Streit zwischen beiden Gruppen im Hamburger Rotlichtviertel. Erst in der Nacht zu Sonntag hatte die Hamburger Polizei sieben Wohnungen und einen Saunaclub in den Stadtteilen Jenfeld, Steilshoop, Wandsbek, Barmbek und Eilbek durchsucht. Auslöser für die Razzia war ein Angriff auf einen 26-Jährigen, der in der Nacht zum Sonnabend im Stadtteil Horn mit einem Messer schwer verletzt wurde. Nach Informationen von NDR 90,3 handelt es sich bei dem Opfer um einen der drei "Mongols"-Rocker, auf die bereits in der vergangenen Woche auf dem Kiez geschossen worden war.

Im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der "Mongols" in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Im Dezember wurde der 37-Jährige in einer spektakulären Aktion in seiner Penthouse-Wohnung verhaftet, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll.

Weitere Informationen

Rockerstreit: Polizei durchsucht Wohnungen

Die Auseinandersetzungen im Hamburger Rockermilieu gehen weiter. Nach einem neuen Angriff auf ein "Mongols"-Mitglied hat die Polizei mehrere Wohnungen von Rockern durchsucht. mehr

Kommentar: Die Rockerszene wird unberechenbarer

NDR Info

Hamburg hat auf der Reeperbahn Szenen eines Rockerkriegs erlebt. Ist das nur der Auftakt? Kämpfen Rocker um den Kiez? Stefan Schölermann kommentiert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.01.2016 | 17:00 Uhr