Stand: 16.08.2017 20:58 Uhr

Hamburger Hafen: Containerumschlag stagniert

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Im Hamburger Hafen wurden im ersten Halbjahr 2017 so viele Container umgeschlagen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Hamburger Hafen wächst nicht mehr. Der gesamte Seegüterumschlag des größten deutschen Hafens ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 70 Millionen Tonnen zurückgegangen, wie die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Der wichtige Containerumschlag blieb mit 4,45 Millionen Standardcontainern auf dem Niveau des Vorjahres. Auch für das Gesamtjahr erwartet der Hafen beim Umschlag ein Ergebnis wie im Vorjahr.

Konkurrenten schlagen sich besser

Im Vergleich zu den größten Konkurrenten in Nordeuropa fällt Hamburg beim Containerumschlag zurück. Die Häfen in Rotterdam und Antwerpen verbuchten im ersten Halbjahr Zuwächse. Rotterdam legte im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 6,66 Millionen Container zu, Antwerpen um knapp zwei Prozent auf 5,14 Millionen. Andere deutsche Häfen wie Bremerhaven und Wilhelmshaven schnitten wie Hamburg schlechter ab.

Hafen-Manager zufrieden

Marketing-Vorstand Ingo Egloff zeigte sich bei der Vorlage der Bilanz dennoch "durchaus zufrieden". Angesichts neuer Allianzen unter den Containerredereien und zusätzlicher Kapazitäten besonders in Rotterdam ging Co-Vorstand Axel Mattern sogar noch einen Schritt weiter: "Unter den Voraussetzungen hat sich Hamburg hervorragend geschlagen." Er sei sehr froh, dass der Handel mit den wichtigsten Partnern China und Russland wieder Fahrt aufgenommen habe, sagte er NDR 90,3. Das sei sehr wichtig für den Hamburger Hafen. Rückläufig waren dagegen Containerverkehre mit Ländern wie Singapur, Finnland, den USA und Malaysia.

HHLA legt zu, Eurogate muss Federn lassen

Die Containerschifffahrt sortiert sich nach neun Jahren Krise gerade gründlich um. Große Reedereien schließen sich zusammen, werden übernommen oder scheiden aus dem Markt aus. In der Folge haben sich auch die Allianzen, in denen die Reedereien kooperieren, und die Fahrpläne deutlich verändert. In Hamburg profitierte davon der größte Hafenkonzern: Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) legte im ersten Halbjahr deutlich zu. Verluste beim Containerumschlag musste dagegen vor allem der Terminalbetreiber Eurogate verkraften.

Elbvertiefung ersehnt

Auch die ausstehende Elbvertiefung bremst den Hamburger Hafen nach Angaben der Manager. Mittlerweile laufe täglich ein Großcontainerschiff mit mehr als 14.000 Containern Tragfähigkeit den Hafen an. "Bei vollzogener Fahrrinnenanpassung können diese Schiffe 1.600 und mehr Container zusätzlich nach Hamburg bringen und mitnehmen", sagte Mattern. Diese Ladekapazitäten könnten gegenwärtig nicht voll genutzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.08.2017 | 12:00 Uhr

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