Stand: 01.04.2014 15:30 Uhr

Hamburg Süd sieht noch kein Ende der Krise

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Hamburg-Süd-Chef Gast fürchtet weiterhin Überkapazitäten in der Containerschifffahrt.

Die Überkapazitäten in der weltweiten Containerschifffahrt werden nach den Erwartungen der Reederei Hamburg Süd in diesem Jahr nicht abgebaut. "Obwohl mehr als genug Kapazität vorhanden ist, gehen wir von einem weiteren Wachstum der Containerschiffsflotte aus", sagte Ottmar Gast, der Vorsitzende der Geschäftsführung, am Dienstag in Hamburg. Auch nach mehreren Jahren der Krise sei keine Besserung auf dem Markt in Sicht. Nach wie vor seien die Frachtraten und die Erlöse unbefriedigend. Die Reederei habe sich jedoch im vergangenen Jahr in dem schwierigen Umfeld im Vergleich zur gesamten Branche gut behauptet. Das Transportvolumen sei um ein Prozent auf 3,3 Millionen Standardcontainer gestiegen. Gleichzeitig ging der Umsatz um vier Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zurück. Genaue Informationen über Gewinne und Verluste werden in den Unternehmen des Oetker-Konzerns traditionell nicht veröffentlicht.

Thema Fusion noch nicht endgültig vom Tisch

Der Versuch einer Fusion mit dem Konkurrenten Hapag-Lloyd war vor einem Jahr gescheitert. Beide Reedereien hatten monatelang verhandelt, konnten sich am Ende jedoch nicht einigen. Insidern zufolge hatte der Oetker-Konzern, dem Hamburg Süd gehört, einen Rückzieher gemacht. Hapag-Lloyd verhandelt derzeit mit der Reederei Compania Sud Americana de Vapores (CSAV) aus Chile über einen Zusammenschluss. Gast wollte ein Dreierbündnis mit diesen beiden Reedereien für die Zukunft nicht ausschließen. Vor einem neuen Anlauf müsste aber bei der Familie Oetker die Bereitschaft dafür vorhanden sein.

Mehr als 150 Schiffe und rund 4.500 Mitarbeiter

Die Hamburg Süd gehört zum Bielefelder Oetker-Konzern und ist für etwa die Hälfte des Umsatzes der Gruppe verantwortlich. Mit rund 5,5 Milliarden Euro Umsatz gehört sie zu den 20 größten Container-Reedereien der Welt. Sie konzentriert sich auf Nord-Süd-Routen, etwa von Asien nach Australien oder von Europa nach Südamerika, weniger auf die großen Hauptstrecken der Schifffahrt in Ost-West-Richtung. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst mehr als 150 Schiffe. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben fast 4.500 Mitarbeiter.