Stand: 26.08.2015 10:55 Uhr

Halbjahresbilanz: Hapag-Lloyd bleibt auf Kurs

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Geht Hapag-Lloyd bereits in diesem Jahr an die Börse?

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Gewinn von 157 Millionen Euro erzielt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres fiel noch ein Verlust von 173 Millionen Euro an. Der Zusammenschluss mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV werde schneller als geplant umgesetzt und bringe höhere Einspareffekte als vorhergesehen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Außerdem profitierte die Traditionsreederei von den gesunkenen Treibstoffpreisen.

Zwar sank im zweiten Quartal der Gewinn im Vergleich zu den ersten drei Monaten, doch seien dafür Sondereinflüsse verantwortlich. Von April bis Juni wurde ein Überschuss von 29 Millionen Euro erwirtschaftet (2014: - 54,2 Mio).

"Wir sind auf einem guten Weg"

"Wir sind auf einem guten Weg, um im Gesamtjahr 2015 ein positives Ergebnis zu erwirtschaften", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Auch wenn die Schifffahrt ihre Krise noch nicht überstanden habe, sei der Konzern dank seines inzwischen breitgefächerten Fahrtgebietes zwischen Asien, Europa und Südamerika widerstandsfähiger. Durch die Integration von CSAV und ein zusätzliches Sparprogramm werde die Reederei in den kommenden Jahren jährlich Kosten in Höhe von 600 Millionen Dollar einsparen.

Viertgrößte Reederei der Welt

Die 188 Schiffe von Hapag-Lloyd transportierten 3,7 Millionen Standardcontainer, das sind 29,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz legte um 1,5 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro zu. Die hohen Steigerungen sind auf die CSAV-Übernahme zurückzuführen, durch die Hapag-Lloyd zur viertgrößten Reederei der Welt aufgestiegen ist.

Spekulationen um Börsengang

Wem gehört Hapag-Lloyd?

Hapag-Lloyd gehört nach der Fusion zu 34 Prozent CSAV, zu 23,2 Prozent der Stadt Hamburg und zu 20,8 Prozent dem Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Diese drei Eigner haben ihre Anteile gepoolt und treffen Entscheidungen gemeinsam. Weiterer großer Aktionär ist der Touristikkonzern TUI mit 13,9 Prozent, der sich aber gern von seinen Anteilen trennen will. Der Rest gehört Hamburger Banken und Versicherungen.

Keine neuen Informationen gab es zum Zeitpunkt eines möglichen Börsengangs. Die guten Halbjahreszahlen könnten die Pläne jedoch beflügeln. In der vergangenen Woche spekulierten Experten über einen Termin bereits in diesem Herbst. Habben Jansen hatte das bislang zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber doch eher das nächste Jahr als Termin ins Visier genommen. Auf den Börsengang drängt vor allem der Reisekonzern TUI, der sich möglichst schnell von seinen Hapag-Lloyd-Anteilen trennen möchte. TUI ist viertgrößter Anteilseigner - hinter der chilenischen CSAV, der Stadt Hamburg und dem Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Kleinere Pakete liegen bei Hamburger Banken und Versicherungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.08.2015 | 10:00 Uhr