Stand: 12.12.2014 13:45 Uhr

Hafencity: Neue Pläne für das Überseequartier

So soll das südliche Überseequartier in der Hamburger Hafencity nach den Plänen des Investors einmal aussehen. Besonders markant: Ein etwa 70 Meter hoher Büroturm des Architekten de Portzamparc (r.).

Für die Entwicklung der Hamburger Hafencity ist eine wichtige Entscheidung gefallen: Der französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco übernimmt die Erweiterung des Überseequartiers. Europas größtes börsennotiertes Gewerbeimmobilien-Unternehmen will insgesamt rund 860 Millionen Euro in die Entwicklung des südlichen Teils des Überseequartiers investieren. Geplant sind unter anderem Büros, Wohnungen, ein Hotel, Läden und ein neues Kreuzfahrtterminal, wie der Senat am Freitag bekannt gab.

Markante Gebäude sollen Elbufer prägen

Die Pläne sehen vor, dass am Elbufer ein architektonisch markantes Ensemble den Anblick prägt. Es besteht aus dem Kreuzfahrtterminal, den sogenannten Waterfront Towers und einem gut 70 Meter hohen Gebäude des preisgekrönten Architekten Christian de Portzamparc. Der auffällige Büro-Bau soll eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform bekommen.

Größeres Kreuzfahrtterminal mit unterirdischem Busbahnhof

Das künftige Cruise Center soll auf zwei Ebenen nahezu doppelt so groß werden wie das heutige und in ein Gebäudeensemble mit Hotel und Handelsflächen einziehen. Es soll leistungsfähiger sein, um der wachsenden Zahl von Kreuzfahrtpassagieren gerecht zu werden. Geplant sind dort auch ein unterirdischer Busbahnhof und ein Taxistand.

"Großer Schritt für Hafencity-Entwicklung"

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sprach angesichts der Pläne von einem Gewinn für Hamburger und Touristen. "Nicht nur die Hafencity selbst wird von diesem Neustart im südlichen Überseequartier profitieren", sagte Scholz. Ein erfolgreiches Überseequartier werde auch das Zusammenwachsen von City und Hafencity verstärken. Der Vorsitzende der HafenCity GmbH, Jürgen Bruns-Berentelg, sagte: "Der Vertragsabschluss mit dem neuen Partner Unibail-Rodamco für das südliche Überseequartier bedeutet den letzten der großen noch ausstehenden Schritte für die Hafencity-Entwicklung."

Investor sieht gute Perspektiven

Unibail-Rodamco-Chef Christophe Cuvillier begründete das Engagement seines Konzerns unter anderem mit den guten Perspektiven in Hamburg. Die Hansestadt wachse und sei eine der wohlhabendsten und dynamischsten Regionen in Europa. Das Überseequartier könne innerhalb von 20 Minuten von rund einer Million Menschen erreicht werden. Hinzu kämen immer mehr Kreuzfahrtpassagiere.

Baubeginn 2017 geplant

Mit der Bebauung kann den Angaben zufolge voraussichtlich 2017 begonnen werden. 2021 wird mit der Fertigstellung der zentralen Flächen mit Einzelhandel, Gastronomie, Kreuzfahrtterminal, Hotel und einem Teil der Büroflächen gerechnet.

Bauarbeiten ruhen seit mehr als drei Jahren

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Im südlichen Überseequartier ruhen seit Jahren die Bauarbeiten.

Eigentlich hätte das Areal längst zu weiten Teilen bebaut sein sollen. Doch während das nördliche Überseequartier in den Jahren 2007 bis 2010 erschlossen wurde, lag der südliche Teil lange Zeit brach. Seit Oktober 2011 ruhen die Bauarbeiten. Nach der Finanzkrise hatten sich Investoren zurückgezogen, frühere Planungen konnten deshalb nicht umgesetzt werden. "Wir haben mit allen getanzt, die weltweit investieren und die Kraft haben, ein so großes Projekt zu stemmen", sagte Scholz über die Investorensuche. "Wir haben denjenigen ausgewählt, der bereit war, die stadtentwicklungspolitischen Anforderungen zu erfüllen."

Zu den Anforderungen zählt unter anderem, dass in dem geplanten Geschäftsviertel keine Einkaufszentrum entstehen darf, sondern ein "nicht klimatisiertes, aber gleichzeitig wettergeschütztes Einkaufsviertel" mit offenen Ladenzeilen. Der Anteil der Büroflächen wurde im Vergleich zu früheren Planungen zugunsten von Wohnungen verkleinert. Anders als in anderen Wohnungsbaugebieten vorgeschrieben, ist im südlichen Überseequartier jedoch keinen Drittelmix aus geförderten, frei finanzierten Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen vorgesehen. "Es wird in dem Bereich keinen geförderten Wohnungsbau geben", sagte Bruns-Berentelg. Grund sei, dass das Areal nicht der Stadt, sondern dem Übersee-Konsortium gehöre. Den Drittelmix werde es allein im nördlichen Teil des Überseequartiers geben.

 

Karte: Das südliche Überseequartier in der Hamburger Hafencity

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.12.2014 | 13:00 Uhr