Stand: 31.03.2016 06:51 Uhr

HHLA sucht nach neuen Geschäftsfeldern

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Damit reagiert der Hafenkonzern auf den rückläufigen Containerumschlag. Die HHLA setzt unter anderem stärker auf den Ausbau des Verkehrs per Bahn. "Das ist unsere strategische Antwort auf die nachlassende Dynamik im Containerumschlag", sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters am Mittwoch in Hamburg.

Der Konzernbereich Intermodal, in dem der Bahnverkehr der HHLA angesiedelt ist, steuere bereits mehr als ein Drittel zum operativen Ergebnis des Konzerns bei, so Peters. 53 Prozent der Investitionen fließen in Umschlagterminals, Lokomotiven und Waggons. Die HHLA betreibt mittlerweile 13 Bahn-Terminals, überwiegend in Mittel- und Osteuropa, und besitzt mehr als 50 eigene Lokomotiven und 2.500 Waggons. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, Container zum Hamburger Hafen zu bringen oder von dort abzutransportieren. Die HHLA fährt auch reinen Landverkehr. Sie bietet mehr als 350 Zugverbindungen in Richtung Süden und Osten an, bis hin nach Istanbul. Umsatz und Gewinn in diesem Konzernbereich wuchsen im vergangenen Jahr kräftig.

Handel mit China und Russland rückläufig

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Der rückläufige Containerumschlag im Hamburger Hafen trifft die HHLA.

Damit konnte die HHLA die Einbrüche in ihrem angestammten Kerngeschäft abmildern. Der Containerumschlag ging im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 12,3 Prozent auf 6,5 Millionen Standardcontainer zurück. Wirtschaftskrisen in Russland und in der Ukraine sowie Rückgänge im Handel mit China sind zwei der wichtigsten Gründe, warum im vergangenen Jahr an den Terminals der HHLA weniger Container bewegt wurden. "Der Containerumschlag ist weltweit deutlich unter den Erwartungen geblieben", sagte Peters, der zum Jahresende aus dem Unternehmen ausscheiden wird. "Es war insgesamt ein sehr enttäuschendes Jahr für die europäische Hafenwirtschaft."

Zukäufe im Ausland geplant

Auch für dieses Jahr rechnet die HHLA nicht mit großen Steigerungen bei Umschlag und Umsatz. Um den Konzern weiter zu diversifizieren, ist er auch auf der Suche nach Unternehmen, die er kaufen kann - vor allem im Ausland. Dabei denkt der Vorstand nicht allein an den Containerumschlag, sondern auch an andere Güter, wie zum Beispiel Flüssigladung. Laut Peters gibt es intensive Gespräche. Ein drittes Standbein neben dem Containerumschlag und dem Bahnverkehr fordern viele Anleger und Anteilseigner schon seit längerer Zeit für die HHLA.

Weniger Arbeit für die rund 4.000 Beschäftigten

Arbeitsplätze abbauen will die HHLA auch angesichts der schwierigen Aussichten derzeit nicht, wie NDR 90,3 berichtete. Das gehe aber nur, wenn beispielsweise die Wochenarbeitszeit gesenkt werde, sagte HHLA-Vorstandsmitglied Heinz Brandt.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.03.2016 | 07:00 Uhr