Stand: 04.11.2015 11:47 Uhr

Großunterkunft für Flüchtlinge beschlossen

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit den Bau von 800 Wohneinheiten für mehr als 3.000 Flüchtlinge am Öjendorfer See im Stadtteil Billstedt beschlossen. Als zu groß und am falschen Standort hatten zuvor Anwohner den Plan der rot-grünen Koalition kritisiert, wie NDR 90,3 berichtete.

Es sei keine leichte Entscheidung, aber es gebe keine Alternative: So begründeten Abgeordnete von SPD und Grünen ihren Antrag. Man habe das Ziel ein Modellprojekt zu schaffen, das in ganz Deutschland Vorbildcharakter haben soll. Man werde auf die Sorgen und Ängste der Anwohner eingehen, betonte Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD): "Wir wollen von Anfang an eine Verteilung auf mehrere Flächen organisieren. Wir wollen auf den Flächen eine Mischung mit anderem Wohnungsbau hinbekommen. Wir müssen uns aber auch von dem Bild verabschieden, das der ein oder andere im Kopf hat, dass alle Menschen die jetzt hierherkommen eine soziale Belastung sind. Das sind sie nicht."

Kritik von Anwohnern und Opposition

SPD und Grüne erklärten, sie wollten die Anwohner ganz stark an den weiteren Schritten beteiligen. CDU und AfD lehnten die geplante Bebauung als zu groß und am falschen Standort ab und äußerten damit ähnliche Kritik wie einige Anwohner im Saal.

Bezirk will ehrenamtliche Flüchtlingshelfer unterstützen

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschloss unterdessen als erstes Bezirksparlament 100.000 Euro für die Arbeit von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Summe will der Bezirk die Willkommenskultur, die Aufnahme und die Integration unterstützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.11.2015 | 09:00 Uhr