Stand: 30.01.2016 13:26 Uhr

Große Parteien verlieren Hunderte Mitglieder

Bild vergrößern
Die SPD um Bürgermeister Olaf Scholz hat weiterhin die meisten Mitglieder - aber es werden weniger.

SPD, CDU und die Grünen in Hamburg haben im vergangenen Jahr Mitglieder verloren, FDP und Linke konnten dagegen etwas zulegen. Mitgliederstärkste Partei der Hansestadt ist laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa weiter die SPD von Bürgermeister Olaf Scholz mit 10.500 Mitgliedern. Das waren zum Jahresende 2015 allerdings 300 Sozialdemokraten weniger als vor Jahresfrist. Ein- und Austritte hätten sich nahezu ausgeglichen, so die SPD. Der Rückgang erkläre sich durch die gestorbenen Mitglieder.

CDU: "Das Jahr war nicht leicht"

Ähnlich erging es der CDU. Die Partei hatte zum Jahresende 7.400 Mitglieder, 400 weniger als im Jahr 2014. "Das letzte Jahr war nicht leicht für uns", sagte der CDU-Landesvorsitzende Roland Heintze. "Die verlorene Bürgerschaftswahl und die Flüchtlingskrise waren und sind eine starke Belastungsprobe für unsere Mitglieder." Hinzu komme die demografische Komponente, mit der alle Parteien zu kämpfen hätten.

Der Koalitionspartner der SPD, die Grünen, hatte Ende des vergangenen Jahres 1.554 Mitglieder - ebenfalls ein Rückgang. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.611.

Linke und FDP legen leicht zu

Bild vergrößern
Viele Parteien leiden unter Mitgliederschwund.

Die Linken steigerten die Mitgliederzahl dagegen zum Jahresende 2015 um 51 auf 1.307. Die Partei habe einen Erfolg bei den Bürgerschaftswahlen erzielt, zugleich aber nach der Wahl mit den Querelen um die Frontfrau Dora Heyenn eine schwierige innerparteiliche Situation gehabt, sagte ein Parteisprecher. Unterm Strich sei die Entwicklung solide, und stabil. Die FDP-Mitgliederzahl stieg leicht um 32 auf 1.067. Die Partei-und Fraktionsvorsitzende Katja Suding sagte: "Wir sind eine Mitmachpartei, in der jeder mitgestalten kann - das steckt an."

Die rechtspopulistische AfD, der im Februar 2015 der Sprung in die Bürgerschaft gelungen war, hat in Hamburg nach eigenen Angaben unverändert etwa 500 Mitglieder. Nach internem Streit hatte sich 2015 eine Gruppe von der AfD abgespalten. Die neue Partei des AfD-Mitgründers Bernd Lucke, Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa), hatte am 17. Januar 2016 einen Hamburger Landesverband gegründet.