Stand: 11.11.2015 21:38 Uhr

Hapag nach Börsengang weiter auf Gewinnkurs

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Zufrieden mit den Zahlen: Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen. (Archivfoto)

Die Reederei Hapag-Lloyd hat am Mittwoch ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Auch nach dem Börsengang kann das Hamburger Unternehmen Gewinne präsentieren. In den ersten neun Monaten verbuchte es ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 348,6 Millionen Euro, der Überschuss beträgt 160,4 Millionen Euro. Damit steht Hapag-Lloyd deutlich besser da als vor einem Jahr - damals hatte die Reederei noch hohe Verluste eingefahren.

Weniger Gewinn als zu Jahresbeginn

Im Vergleich zum Jahresbeginn sind die Gewinne jedoch stark eingebrochen. Zu schaffen machen Hapag-Lloyd unter anderem die niedrigen Frachtraten. Besonders im Handel mit China zahlen Kunden den Reedereien heute nur noch einen Bruchteil dessen, was vor einem Jahr vereinbart wurde. Zugute kommt der Reederei wiederum der niedrigen Ölpreis. Unter dem Strich bleibt im dritten Quartal so ein kleiner Gewinn.

Die Anleger reagieren nervös

Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen zeigt sich insgesamt zufrieden. Der Zusammenschluss mit der chilenischen Reederei CSAV sei der richtige Schritt gewesen. Durch ein striktes Sparprogramm sei die Reederei zudem jetzt wettbewerbsfähig. Anleger reagierten dennoch nervös auf die gesunkenen Gewinne. An der Börse sackte die Hapag-Lloyd-Aktie am Mittwoch kurzzeitig unter den Ausgabepreis von 20 Euro, erholte sich aber wieder. Mit dem Erlös aus dem Börsengang von rund 300 Millionen Dollar plant Hapag-Lloyd neue Schiffe und Container zu kaufen.

Opposition kritisiert Senatskurs

In der Hamburgischen Bürgerschaft wurde am Mittwoch über die rund eine Milliarde Euro schwere Beteiligung der Stadt an der Reederei gestritten. Durch den jüngsten Börsengang ist diese derzeit auf dem Papier nur etwa die Hälfte wert. Der FDP-Finanzexperte Michael Kruse sagte in der Aktuellen Stunde: "Rot-Grün stolpert durch seine Beteiligungen, dass es kracht." Sein CDU-Kollege Thilo Kleibauer verwies auf die Wertverluste bei Hapag-Lloyd und der HSH Nordbank, die dazu führten, dass der Landeshaushalt inzwischen massiv abhängig von den Entwicklungen auf den Finanz- und Schifffahrtsmärkten sei. Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) verteidigte hingegen den Kurs des Senats. Durch das Engagement bei der Reederei sei ein Verkauf des Traditionsunternehmens und damit die Gefahr eines Arbeitsplatzabbaus verhindert worden.

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