Stand: 01.02.2016 16:26 Uhr

Gericht erlaubt Flüchtlingsunterkunft in Lokstedt

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Am Hagendeel in Lokstedt können die geplanten Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden. (Archivfoto)

Eine Flüchtlingsunterkunft im Hamburger Stadtteil Lokstedt kann nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in vollem Umfang entstehen. Die Beschwerde von zwei Anwohnern sei zurückgewiesen worden, teilte das Hamburgische Gericht am Montag mit. Somit dürfe die Baugenehmigung insgesamt vollzogen werden. Die Vorinstanz hatte zunächst nur eine Fläche für den Bau eines Teils der Unterkünfte mit Platz für 288 Flüchtlinge genehmigt. Die Aufschüttung einer weiteren Fläche in dem Überschwemmungsgebiet am Flüsschen Kollau wurde gestoppt.

Unterkünfte für rund 540 Flüchtlinge geplant

"Erstmals seit Langem haben Anwohnerklagen keinen Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht hat bestätigt, dass unsere Pläne für die Flüchtlingsunterkunft rechtlich einwandfrei sind", sagte der Leiter des zuständigen Bezirksamts Eimsbüttel, Torsten Sevecke (SPD) im Gespräch mit NDR 90,3. Insgesamt etwa 540 Flüchtlinge können nun im Laufe des Jahres auf der umstrittenen Fläche in Lokstedt unterkommen.

Anwohner befürchten Hochwasser-Folgen

Die klagenden Anwohner in der Straße Hagendeel wollten verhindern, dass die Stadt die zwei Unterkünfte in ihrer Nachbarschaft errichtet. Sie fürchten, dass nach dem Bau der Unterkünfte das regelmäßig auftretende Hochwasser nicht mehr richtig ablaufen könne und auf ihre Grundstücke geleitet würde.

Die Antragsteller seien durch die Baugenehmigung voraussichtlich nicht in eigenen Rechten verletzt, argumentierte nun das Oberverwaltungsgericht. Im Interesse der Allgemeinheit habe der Gesetzgeber die Verwaltung zur Einhaltung eines hohen Schutzniveaus in hochwassergefährdeten Gebieten verpflichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.02.2016 | 18:00 Uhr

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