Stand: 08.11.2015 18:00 Uhr

Genug Flüchtlingshelfer am Hauptbahnhof

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Am Hamburger Hauptbahnhof koordinieren Helfer die Weiterreise ankommender Flüchtlinge.

Die Flüchtlingshelfer am Hamburger Hauptbahnhof haben sich am Sonntagnachmittag in einem Aufruf auf Facebook für die zahlreichen Helfer bedankt, die in den vergangenen Tagen ihre Unterstützung angeboten haben. "Wir sind echt überwältigt und bedanken uns bei euch für die Unterstützung!", schreiben sie in der Facebook-Gruppe. Nun bitten sie darum, dass sich keine neuen Helfer mehr melden, denn sie wollten sowohl den Geflüchteten als auch den neuen Helfern gerecht werden und bräuchten Zeit, dies zu koordinieren. "In den letzten Tagen konnten wir ca. 300 (!!!) neue Helfer_innen einführen und müssen daher die nächsten Tage/Wochen abwarten, wie sich die Helfersituation entwickelt!" Sie wollen weiter über den aktuellen Bedarf an Freiwilligen informieren.

Dolmetscher für Farsi und Dari weiter gesucht

Helfer, die bereits eine Einführung mitgemacht haben, könnten sich weiterhin spontan am sogenannten "Info-Tisch" in der Wandelhalle melden. Zudem gebe es noch eine Einführungsveranstaltung am Dienstag um 19 Uhr. Diese sei jedoch vorerst die letzte. Besonders willkommen seien dort Menschen, die sich langfristig verpflichten können und morgens Zeit haben. Weiterhin gesucht seien Menschen, die fließend Farsi oder Dari und Deutsch oder Englisch sprechen. Zudem könne man auch Sachspenden wie Wasser und warme Speisen abgeben. Ansonsten verweisen die Helfer auf andere Hilfsorganisationen, die Bedarf an Freiwilligen haben.

Helferin hatte in Video Hilfeaufruf gestartet

Eine Koordinatorin des Verpflegungszeltes hatte vor einigen Tagen in einem Video zu mehr Hilfe aufgerufen. Daraufhin hatten zahlreiche Medien den Aufruf veröffentlicht und Hunderte Menschen sich als Helfer angeboten. Seit mehreren Wochen unterstützen Freiwillige Flüchtlinge auf der Durchreise am Hamburger Hauptbahnhof. Sie koordinieren die Abfahrten Richtung Norden mit den Grenzstädten und Fährhäfen, verpflegen die Menschen mit Essen und Trinken und organisieren jede Nacht mehrere Hundert Schlafplätze.

Hauptkirche nimmt reisende Flüchtlinge auf

Zudem wurde am Sonntag bekannt, dass St. Katharinen in der Hamburger Speicherstadt als erste Hauptkirche die Flüchtlingshelfer am Hamburger Hauptbahnhof für kurze Zeit unterstützt. Sonntag und Montagabend stellt Pastor Frank Engelbrecht Schlafplätze für 50 bis 60 Menschen zur Verfügung. Diese werden mit dem Bus vom Hauptbahnhof in die Kirche und am nächsten Morgen zurück gebracht. Die erwarteten Menschen sind Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien, die auf der Weiterreise meist Richtung Schweden eine Nacht in Hamburg verbringen müssen. Zahlreiche Institutionen wie die Al-Nour-Moschee, das Schauspielhaus, die Caritas und einige Kirchengemeinden unterstützen die Flüchtlingshelfer bereits seit mehreren Wochen.

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