Stand: 22.10.2016 11:31 Uhr

Gedenkstunde für Opfer der Familientragödie in Wedel

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Auf Kerzen vor dem Altar in der Johanneskirche standen die Namen der beiden getöteten Kinder.

Nach der Familientragödie von Wedel hat es am Freitagnachmittag in der Johanneskirche im Hamburger Stadtteil Rissen eine öffentliche Gedenkstunde gegeben. Die Kirche war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Pastor Steffen Kühnelt sprach von dem Entsetzen, der Trauer und auch der Wut, die die Menschen im Stadtteil erfasst habe, wie NDR 90,3 berichtete. Die Kinder gingen in die Kita der Kirchengemeinde.

Kerzen mit den Namen der Kinder vor dem Altar

Unter den rund 150 Trauernden waren Anwohner und viele Familien mit kleinen Kindern, darunter auch Spielkameraden der getöteten Kinder. Gemeinsam mit den Kindern der Kita hatten die Erzieherinnen zwei große Kerzen mit ihren Namen gebastelt. Sie standen vor dem Altar.

Auslöser war womöglich bevorstehende Trennung

Die kleine Straße in Wedel, wo das Verbrechen geschah, liegt nur einen Steinwurf von Rissen entfernt. In der vergangenen Woche soll ein 49-Jähriger seine 37 Jahre alte Ehefrau und die beiden zwei und fünf Jahre alten Kinder getötet und dann Selbstmord begangen haben. Als Auslöser der Gewalttat vermuten die Ermittler eine möglicherweise bevorstehende Trennung des Paares.

Gewalttat "mitten in unserer Mitte"

"Hier sind wir, nach einer Woche und Tagen, die uns durchgeschüttelt haben und es noch tun", sagte Pfarrer Kühnelt am Freitag. "Nach einer Woche, in der viele allein waren, sind wir hier nun zusammen." Die Familie sei mit Gewalt ausgelöscht worden: "Mitten in unserer Mitte."

Geschehen sei "unbegreiflich"

Pastorin und Kindergartenseelsorgerin Susanne Peters rief die Anwesenden zum Gebet auf: "Wenn es uns die Sprache verschlägt, kann es helfen, uns vor Augen zu führen, was Menschen vor uns gesagt haben." Was geschehen sei, sei unbegreiflich. Jeder Teilnehmer entzündete eine kleine Kerze für die Getöteten. Am Ende entstand so ein Lichtermeer in dem Gotteshaus.


22.10.2016 11:33 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir hatten Pfarrerin Friederike Harbordt zitiert, tatsächlich waren es aber die Worte von Pastorin Susanne Peters. Die Redaktion bittet für diesen Fehler um Entschuldigung.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.10.2016 | 18:00 Uhr

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