Stand: 10.03.2016 20:41 Uhr

Gängeviertel: Das Herz schlägt wieder

18 Monate nach dem Start der Bauarbeiten und über sechs Jahre nach der Besetzung der Häuser hat im Gängeviertel in Hamburg die "Fabrique" eine feierliche Wiedereröffnung gefeiert. Die Stadt Hamburg setze damit ein Zeichen für den Denkmalschutz und bezahlbaren Produktions- und Präsentationsraum für die Künste inmitten der Hamburger Innenstadt, sagte die Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) zur Eröffnung. Das Gängeviertel sei ein gelungenes Stück Hamburger Stadtentwicklung. "Ich bin die Vorsitzende des Fanclubs," so Kisseler. Noch bis Sonntag bietet das Fest den Besuchern Lesungen, Performances, Musik und eine Fahrstuhlbar.

Gängeviertel: Die "Fabrique" erstrahlt in neuem Glanz

Förderung durch die EU und die Stadt

Durch die rund 2,9 Millionen Euro teure Restaurierung des spätgründerzeitlichen fünfgeschossigen Gewerbehauses stehen den Angaben zufolge auf insgesamt rund 1.400 Quadratmetern künftig pro Stockwerk jeweils zwei Einheiten mit 100 bis 130 Quadratmetern für unterschiedlichste Nutzungen zur Verfügung. 400.000 Euro der Gesamtkosten wurden aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geschöpft. Weitere 1,5 Millionen Euro wurden aus dem "Sanierungsfonds Hamburg 2020" zur Verfügung gestellt.

Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 20 Millionen Euro

Neben der "Fabrique" werden in dem Areal insgesamt zwölf Wohnhäuser saniert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro. Nachdem sich die Stadt Hamburg 2009 entschieden hatte, die Grundstücke im Gängeviertel von den Investoren zurück zu erwerben, wurde ein Integriertes Entwicklungskonzept in enger Einbeziehung der Initiative "Komm in die Gänge" erarbeitet.

Schlüsselprojekt "Fabrique" für das Gängeviertel

Auch Michael Mathe, Amtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung in Hamburg-Mitte, zeigte sich erfreut von der Entwicklung. Er sei froh, gemeinsam mit den Aktiven im Gängeviertel und mit den vielen Beteiligten der Stadt den Weg bis zur Wiedereröffnung gegangen zu sein. Der Umbau der "Fabrique" sei das Schlüsselprojekt der Gängeviertel-Sanierung, so Mathe. Man blicke weiterhin erwartungsvoll nach vorne.

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