Stand: 15.06.2017 21:32 Uhr

G20: Polizeieinsatz beginnt nächste Woche

Die Hamburger Polizei wird ab der kommenden Woche ihre Präsenz in der Stadt bis zum G20-Gipfel erhöhen. Am Donnerstag haben die Ordnungshüter über den größten Einsatz ihrer Geschichte zum Gipfeltreffen am 7. und 8. Juli informiert. Insgesamt sieht sich die Polizei "so gut vorbereitet wie noch nie“.

Hartmut Dudde im Interview.

G20-Gipfel: Polizei stellt Sicherheitskonzept vor

Hamburg Journal -

Nur wenige Wochen vor dem G20-Gipfel ist die Stimmung zwischen Gegnern und der Stadt aufgeladen. Die Hamburger Polizei bereitet sich auf den größten Einsatz in ihrer Geschichte vor.

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Mehr Polizeipräsenz ab nächster Woche

"Balance", "Spagat", "Spannungsfeld": Das waren die zentralen Vokabeln mit denen Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und der Einsatzleiter der Polizei, Hartmut Dudde, ihre Strategie rund um den G20-Gipfel im Juli beschreiben. Rund um die Messe sei die Polizei bereits sichtbar, in der kommenden Woche werde sich die Präsenz noch deutlich erhöhen, sagte Dudde. Die Polizei bewege sich in dem Spagat, die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und den Gipfel trotzdem vor Störungen zu bewahren.

Pferde, Hunde, Absperrgitter

Mehr als 15.000 Polizisten sollen während des Gipfeltreffens für die Sicherheit der Staats- und Regierungschefs und ihrer Delegationen sorgen. "Wir werden die gesamte bundesdeutsche Polizei hier in Hamburg haben, eigentlich mit allem, was Polizeien so besitzen, sowohl an Technik als auch an anderem Equipment", sagte Dudde. 62 Dienstpferde, 153 Hunde, elf Hubschrauber und sehr viel mehr Absperrgitter - all das werde in Hamburg eingesetzt.

Hilfe aus dem Ausland

Kollegen aus den Niederlanden, Österreich und Dänemark werden den Einsatz unterstützen. Der Führungsstab werde seine Arbeit am kommenden Donnerstag aufnehmen, weil für den Sonnabend darauf bereits eine erste Demonstration gegen die Gefangenensammelstelle in Hamburg-Harburg angemeldet sei.

Schwieriger Einsatz wegen Terrorgefahr

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Trotz eineinhalb Jahren Planung sei es allerdings auch wegen der Terrorgefahr einer der schwierigsten Einsätze, so Polizeipräsident Meyer. "Wir haben Militante, ebenso wie eine große Anzahl Menschen, die an Demos teilnehmen", sagte Meyer. "41 gefährdete Politiker und 6.500 Gipfelteilnehmer müssen geschützt werden." Unter anderem seien Anti-Terror-Einheiten im Einsatz, die schnell handeln könnten. "Das heißt: Die Reaktionszeit liegt irgendwo zwischen einer halben und einer Minute", sagte Meyer. Die Einsatzkräfte würden so im Stadtgebiet verteilt sein, dass sie sehr schnell an möglichen Orten sind, an denen Angriffe oder Anschläge passieren könnten.

Polizeipräsident verteidigt Demonstrationsverbot

Meyer verteidigte die am vergangenen Freitag bekannt gegebene Allgemeinverfügung zum Demonstrationsverbot im Bereich der Transferstrecken zwischen Messe und Flughafen. Sollte das Demoverbot an den Konvoi-Routen von Gerichten kassiert werden, "dann haben wir ein Problem", so Meyer. Die Alternative, einen bestimmten Korridor massiv zu sichern, sei nicht realistisch. Für eine solche "Betonroute" müssten Gullydeckel verplombt, Fahrzeuge, Fahrräder und Mülltonnen entfernt werden. Anwohner dürften nicht ans Fenster oder auf den Balkon gehen und keine Besucher empfangen. Außerdem wäre die Stadt über Tage geteilt.

Einsatzleiter will verbotene Versammlungen auflösen

Dudde rechnet mit Tausenden gewaltbereiten Demonstranten. "Verbotene Versammlungen sind aufzulösen", sagte Dudde. "Da fängt einfach rechtlich alles an." Wie verbotene Versammlungen genau beendet werden sollen, müsse geschaut werden. "Wir kriegen das hin", sagte Dudde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.06.2017 | 15:00 Uhr

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