Stand: 23.06.2017 07:07 Uhr

G20: Polizei-Großeinsatz gestartet

Rund zwei Wochen vor dem G20-Gipfel hat die Hamburger Polizei am Donnerstag ihren Großeinsatz begonnen. Der Führungsstab für mehr als 15.000 Beamte hat seine Arbeit aufgenommen. "Es wird der größte Einsatz in der Geschichte der Hamburger Polizei", sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Die Polizei wird nach Angaben von Einsatzleiter Hartmut Dudde im Stadtbild deutlich sichtbar sein.

Gegner demonstrieren am Sonnabend

Zahlreiche Kolonnen von Polizeifahrzeugen fuhren durch die Stadt. Allein Nordrhein-Westfalen wollte 2.200 Polizisten entsenden. Vom Wasserwerfer über den normalen Streifenwagen bis hin zum Polizeihubschrauber hätten die Beamten alles dabei, hatte ein Polizeisprecher in Duisburg am Mittwoch erklärt.

Grund für den frühen Einsatzbeginn sind die verstärkten Aktivitäten von Gipfelgegnern. Sie planen für Sonnabend eine Demonstration gegen die Gefangenensammelstelle (GeSa) der Polizei in Harburg. Die Kundgebung unter der Parole "GeSa to Hell" wird von der Polizei als problematisch eingestuft. "Wir wollen auch im Vorfeld gerne, dass alles heil bleibt in dieser Stadt", hatte Dudde vor wenigen Tagen erklärt. Die Veranstalter der Demonstration erwarten etwa 500 Teilnehmer.

Anschläge an Bahnstrecken

In der Nacht zum Montag hatten Unbekannte in Hamburg, Berlin, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen insgesamt 13 Brandanschläge an Strecken der Deutschen Bahn verübt. An den Bahnstrecken in den Hamburger Stadtteilen Eidelstedt und Rahlstedt brannten Kabelschächte. Dienstagnachmittag kam es zu Zugausfällen. Zu den Anschlägen tauchte im Internet ein Bekennerschreiben aus der linksextremen Szene auf, das die Polizei für authentisch hält.

Die Bundespolizei, die hauptsächlich für die Sicherheit an Bahnanlagen und am Flughafen verantwortlich ist, will ihren Großeinsatz am 30. Juni starten. 3.800 Beamte sind beteiligt, davon bis zu 3.400 allein im Raum Hamburg. Die "Masse der Kräfte" werde am Vortag anreisen, sagte eine Sprecherin.

Merkel ruft zu friedlichen Protesten auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag Kritiker des G20-Gipfels aufgerufen, ihren Protest friedlich zu äußern. Es verstehe sich von selbst, dass Kritik an dem Treffen möglich sein müsse, aber "es sollte auch friedliche Kritik sein", sagte Merkel bei einer Veranstaltung mit Organisationen der Zivilgesellschaft in Hamburg. Die Behörden rechnen damit, dass zum G20-Gipfel am 7. und 8. Juli neben vielen Tausenden friedlichen Demonstranten auch bis zu 8.000 gewaltbereite Personen aus dem In- und Ausland anreisen werden.

Beamte arbeiten in Zwölfstundenschichten

Trotz des riesigen Personaleinsatzes zu G20 müssten die Hamburger nicht befürchten, dass die Polizei kein Auge mehr für die gewöhnliche Kriminalität habe. Polizeisprecher Timo Zill versicherte, dass alle Kommissariate besetzt und alle Streifen planmäßig unterwegs seien. Allerdings müssten die Kollegen während des Gipfels in Zwölfstundenschichten arbeiten. Das OSZE-Ministertreffen im vergangenen Dezember habe zudem gezeigt, dass die massive Polizeipräsenz auch gewöhnliche Kriminelle abschrecke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2017 | 14:00 Uhr

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