Stand: 24.02.2016 12:00 Uhr

Große Bühne für Hamburger Flüchtlings-Projekt

In den Hamburger Erstaufnahmeneinrichtungen können Geflüchtete künftig mithilfe von Video-Dolmetschern schneller und besser ärztlich versorgt werden. Auch international findet das Projekt Beachtung, derzeit wird es beim Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Das "Refugee First Response Centre" wird auf der dazugehörigen Startupmesse ausgestellt. "Das ist ein Herzensprojekt. Es ging uns darum, wie Technik helfen kann", sagte einer der Väter des Projekts, Harald Neidhardt, dem NDR. "Deshalb wollen wir das Projekt hier in Barcelona der ganzen Welt vorstellen." Die Einrichtung des Arztcontainers sei sauber, steril und funktional. "Das haben wir zusammen mit dem Gesundheitsamt und der Uniklinik Eppendorf entwickelt."

Getestet worden war dieses Verfahren, das man sich wie einen Arztbesuch mit zugeschaltetem Dolmetscher vorstellen kann, drei Monate lang in einer Flüchtlingsunterkunft am Rugenbarg im Hamburger Stadtteil Altona.

Sprachbarriere überwinden

Wenn Arzt und Patient nicht die gleiche Sprache sprechen ist eine ärztliche Behandlung schwierig bis unmöglich, vor allem dann, wenn kein passender Dolmetscher zur Stelle ist. Die Sprachbarrieren sollen mit Hilfe eines Video-Dolmetschersystems einer Wiener Firma künftig schneller überwunden werden. In dieses Computerprogramm können sich die Ärzte in zunächst zehn Erstaufnahmeeinrichtungen in Hamburg einklicken.

Mobile World Congress

ARD-Reporter live vom Mobile World Congress

Größer, schneller, schicker - auf dem Mobile World Congress präsentieren die Handy-Hersteller ihre Neuheiten. ARD-Reporter über News und Eindrücke von der Messe in Barcelona. mehr

Das Unternehmen stellt 750 Dolmetscher zur Verfügung, die 95 Prozent aller erforderlichen Sprachen abdecken sollen, heißt es. "Es ist schon eine riesige Erleichterung, dass nun auf Knopfdruck 50 Sprachen zur Verfügung stehen und Arztbriefe gelesen und übersetzt werden können", sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia-Prüfer-Storcks (SPD) NDR 90,3.

Stiftung spendete Geld

Entwickelt und gebaut haben den Medizincontainer mit eingebautem Videodolmetschersystems eine Handvoll von Freunden, die Flüchtlingen helfen wollten. Die gemeinnnützige Hamburger Dorit und Alexander-Otto Stiftung spendete 900.000 Euro, um das Projekt weiter zu fördern.

Weitere Informationen

Bessere medizinische Hilfe für Flüchtlinge

In allen Hamburger Erstaufnahmen gibt es jetzt Ärzte, die Flüchtlingen schnell helfen können. Dadurch werden laut Gesundheitsbehörde auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlastet. (07.12.2015) mehr

Flüchtlinge in Hamburg

Viele Flüchtlinge suchen Schutz in Hamburg. NDR.de sammelt hier Nachrichten, Reportagen und Interviews zum Thema Flüchtlinge in Hamburg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.02.2016 | 15:00 Uhr