Stand: 14.02.2016 18:13 Uhr

Flüchtlinge: Grote plant Entlastung für Hamburg

Hamburg möchte bis zum Sommer rund 2.500 Flüchtlinge in den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen unterbringen. Die Gespräche laufen, wie Innensenator Andy Grote (SPD) im Interview mit NDR 90,3 erklärte. Demnach könnten in Zukunft 1.500 Plätze in Bad Segeberg und 1.000 im niedersächsischen Wendland für Flüchtlinge genutzt werden.

Hamburgs Innensenator Andy Grote. © NDR

Innensenator Andy Grote auf der Davidwache

Hamburg Journal -

Innensenator Andy Grote hat am Samstagabend die Davidwache besucht. Denn egal ob Rockermilieu oder die sexuellen Übergiffe auf Frauen - die Sicherheitslage auf dem Kiez ist prekär.

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Zumindest "kleine Entlastung"

"Wir haben natürlich das Interesse, das schnell zu finalisieren. Aber man muss auch verstehen, dass die Länder sich ein bisschen darauf vorbereiten wollen und sich auch die Kommunen darauf vorbereiten müssen", sagte Grote. Der Innensenator geht von einer zeitnahen Lösung aus. Ein halbes Jahr werde das Ganze nicht dauern: "Wenn sich die beiden Standorte realisieren lassen, dann wären wir bei einer Größenordnung von 2.500." Bei einer Prognose von etwa 40.000 Flüchtlingen in diesem Jahr sei das zumindest eine kleine Entlastung.

Ermittlungen nach Tod des Flüchtlingsbabys

Nach dem Tod eines Flüchtlingsbabys zeigte sich Grote betroffen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, im Laufe der kommenden Woche sollen Obduktionsergebnisse vorliegen. Man müsse jetzt sehen, ob genug bei der medizinischen Versorgung getan wurde, so der SPD-Politiker.

Audio
09:31 min

NDR 90,3: Interview mit Innensenator Grote

13.02.2016 08:00 Uhr
NDR 90,3

Im Interview mit Anette van Koeverden spricht Hamburgs Innensenator Andy Grote unter anderem über Flüchtlingsunterkünfte und die Konsequenzen nach den Silvesterübergriffen. Audio (09:31 min)

Grote will Kameras auf der Reeperbahn nutzen

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht will Grote außerdem die Videokameras auf der Reeperbahn wieder nutzen. Die Polizei konnte durch Foto- und Videoaufnahmen von Zeugen bislang zehn Tatverdächtige ausmachen. Drei Männer sitzen in Untersuchungshaft. Eine Kamera mit Blick auf die Große Freiheit könne jederzeit eingeschaltet werden, so Grote: "Wir haben einerseits bei der Videoüberwachung schwierige rechtliche Rahmenbedingungen. Andererseits ist ganz klar, dass es jetzt noch mal ein stärkeres Interesse gibt, auch die Kameras, die wir haben, zu nutzen. Wir nutzen mobile Kameras." Die Polizei wolle künftig nicht mehr ausschließlich auf private Aufnahmen angewiesen sein. Viel Potenzial sieht der Innensenator bei den sogenannten Body-Cams, die seit Sommer vergangenes Jahres getestet werden.

Besuch auf der Davidwache

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Besuch in der Davidwache: Viel Potenzial sieht Hamburgs Innensenator Grote bei den sogenannten Body-Cams.

Am Samstagabend besuchte Grote die Davidwache an der Reeperbahn, um sich ein Bild von den Abläufen einer Wochenendschicht dort zu machen. Die Polizei habe die Situation nach den Übergriffen in der Silvesternacht im Griff, sagte Grote. Mittlerweile würden wieder so viele Menschen nach St. Pauli kommen wie vor dem Jahreswechsel. Hamburgs Polizei habe das unter anderem durch Platzverweise und Festnahmen erreicht.

Soko "Castle" verteidigt

In gut drei Wochen stellt die Polizei ihre Kriminalitätsstatistik vor. Allein die Zahl der Einbrüche ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegen, wie NDR 90,3 berichtete. Die Kritik von CDU und FDP, die vor einigen Monaten gegründete Sonderkommission "Castle" gegen Wohnungseinbrüche habe überhaupt keine Wirkung erzielt, wies der Innensenator zurück. Von 430 Fällen seien etwa 250 aufgeklärt worden, die Aufklärungsquote liege bei mehr als 50 Prozent.

Weitere Informationen
02:29 min

Flüchtlinge: Hamburg fordert Entlastung

Hamburg Journal

Während in Hamburg viele Flüchtlinge noch in Zelten untergebracht werden müssen, stehen in benachbarten Bundesländern die Flüchtlingsunterkünfte teilweise leer. Video (02:29 min)

Andy Grote: Kiez-Experte wird Innensenator

Hamburgs neuer Innensenator heißt Andy Grote. Der SPD-Politiker war seit 2012 Chef des Bezirksamts Mitte. Der Jurist gilt als Stadtentwicklungsexperte und ist Fan des FC St. Pauli. (18.01.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2016 | 08:00 Uhr