Stand: 08.03.2016 12:00 Uhr

Experten diskutieren über nachhaltiges Bauen

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Bundesbauministerin Hendricks: Für Flüchtlinge kostengünstig, aber auch qualitativ gut bauen.

Wie sehen die Häuser der Zukunft aus? Wie energiearm kann man in ihnen leben? Diese und weitere Fragen diskutieren Architekten und Ingenieure aus 41 Ländern in der Hamburger HafenCity-Universität. Die viertägige Konferenz "SBE 16 Hamburg" zum nachhaltigen Bauen wurde am Dienstag von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) eröffnet.

Mehr Wohnungsbau wegen Flüchtlingen

Pünktlich zum Konferenzbeginn kam die Meldung vom Statistischen Bundesamt: Die Flüchtlingskrise kurbelt die deutsche Bauproduktion kräftig an. Im Januar stieg sie im Vergleich zum Dezember um sieben Prozent. 75.000 feste Wohnungen pro Jahr brauche man allein für Flüchtlingsfamilien, betonte die Bundesbauministerin. Auch diese Wohnungen müssten die neuesten Energieanforderungen erfüllen, sagte Hendricks: "Die Herausforderung liegt darin, dass wir qualitätvoll bauen, aber gleichzeitig natürlich zu kostengünstigen Preisen. Wir haben nichts davon, wenn wir die Gebäude nach wenigen Jahren wieder abreißen müssen."

Für Wohnungsbau und Stadtentwicklung forderte Hendricks pro Jahr 1,3 Milliarden Euro zusätzlich, um auf dem Wohnungsmarkt ein Konkurrieren von Einheimischen und Flüchtlingen zu vermeiden.

Farbe, die Strom erzeugt

Bauen in Zeiten des Klimawandels - darum dreht sich die Hamburger Konferenz. Der Klimaforscher Mojib Latif nannte Ideen dazu. Im Gespräch mit NDR 90,3 sagte er: "Solche Gebäude müssen ihre Energie selbst erzeugen, durch Solardächer und kleine Windräder. Inzwischen reden wir über Hausanstriche, die Sonnenenergie automatisch in Strom umwandeln." Also Farbe, die Strom erzeugt. Die Technik sei so weit, sagte Latif. Nur die Bauherren noch nicht - obwohl der Klimawandel in vollem Gange sei.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.03.2016 | 12:00 Uhr