Stand: 14.09.2017 11:10 Uhr

Erster Herbststurm: Todesopfer in Hamburg

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In der Willy-Brandt-Straße stürzte ein Gerüst auf einen 38-Jährigen. Der Mann erlag seinen Verletzungen.

Nach dem Sturmtief "Sebastian" hat sich die Situation in Hamburg am Donnerstag weitgehend normalisiert. Die Feuerwehr Hamburg war wegen der Auswirkungen am Mittwoch mehr als 350 Mal ausgerückt, unter anderem zu einem Einsatz in der Innenstadt, wo am Mittag ein 38-Jähriger von herabstürzenden Gerüstteilen getroffen wurde. Er erlag laut Polizei im Krankenhaus seinen Verletzungen. Das Gerüst hatte sich vermutlich in Folge starker Windböen vom Dach des siebengeschossigen früheren "Spiegel"-Gebäudes gelöst. Die Willy-Brandt-Straße wurde Richtung Hauptbahnhof zwischenzeitlich gesperrt.

 

Rollstuhlfahrer stürzt in die Elbe

Bei einem weiteren Todesfall ist noch unklar, ob der Sturm eine Rolle gespielt hat: In Blankenese beobachteten Passanten, wie ein Rollstuhlfahrer vom Anleger ins Wasser fuhr und versank. Sie alarmierten die Rettungskräfte. Ein Großaufgebot suchte mit Booten, Tauchern und einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera nach dem Mann. Nach kurzer Zeit wurde er tot geborgen. Ein Sprecher der Polizei sagte, der Sachverhalt werde untersucht. Auch ein Suizid des Rollstuhlfahrers sei nicht ausgeschlossen.

Probleme auf Bahnstrecken

Pendler, die auf die Bahn angewiesen sind, bekamen die Auswirkungen des Sturms zum Teil auch am Donnerstag noch zu spüren. Auf der Strecke Hamburg-Stade kam es zu Verspätungen. Auch die Metronom-Züge konnten nicht auf allen Strecken fahren. Bei der Deutschen Bahn fiel der Regionalexpress zwischen Hamburg und Flensburg zeitweise aus. Bereits am Mittwoch hatte es im U- und S-Bahnverkehr am Nachmittag und Abend immer wieder Behinderungen wegen umgestürzter Bäume gegeben.

Fischmarkt überflutet

Eine Sturmflut setzte am späten Mittwochabend den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser. Das Wasser stand an einigen Stellen etwa knietief, wie Passanten berichteten. Es sei die erste Sturmflut in diesem Herbst, hatte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg zuvor mitgeteilt.

Sirenen ertönen probeweise

Am Donnerstag wurden im Tidegebiet der Elbe zum ersten Mal in diesem Jahr probehalber die Sturmflutsirenen ausgelöst. "Der Probebetrieb dient neben einer Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Anlagen auch dazu, das Sirenensignal in Erinnerung zu rufen und auf die in Kürze beginnende Sturmflutsaison hinzuweisen", erklärte der Leiter der Katastrophenabwehr, Staatsrat Bernd Krösser. Die Sirenen ertönten von 10.15 Uhr an für fünf Minuten Die Anwohner müssten keine Maßnahmen ergreifen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.09.2017 | 09:00 Uhr

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