Stand: 20.01.2016 18:15 Uhr

Erster Airbus A320neo an Lufthansa geliefert

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Die Chefs von Airbus, Lufthansa und Pratt & Whitney bei der Übergabe des ersten A320neo an die Lufthansa.

Die Premiere ist geglückt: Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat das erste Exemplar seines modernisierten Airbus-Mittelstreckenjets A320neo am Mittwoch im Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder an die Lufthansa übergeben. Nach erneuten Problemen mit dem Flugzeug hatte das Unternehmen die erste Auslieferung seines Verkaufsschlagers Ende Dezember letzten Jahres kurzfristig verschieben müssen.

"Hamburg hat eine Führungsrolle"

Die aufgetauchten Probleme bei der Abnahme hatten sich insbesondere auf die technische Dokumentation des Flugzeugs bezogen. Laut der Lufthansa waren einige formale Anforderungen nicht erfüllt gewesen. Die Fluggesellschaft hat 116 Maschinen aus der A320neo-Familie bestellt, davon 45 in der längeren Version A321neo.

"In den ersten Monaten 2016 werden wir an insgesamt zwei Kunden ausliefern", sagte Klaus Richter, Deutschland-Chef von Airbus, dem "Hamburger Abendblatt". "Dann fahren wir langsam die Produktionsrate hoch." Beim A320-Programm schreibt er dem Standort Hamburg eine Führungsrolle zu: Allein 2015 habe Airbus bei Unternehmen in der Hansestadt für rund eine Milliarde Euro Waren und Dienstleistungen gekauft.

Andere Kunden warten noch

Vor Lufthansa hatte bereits Qatar Airways als zunächst geplanter Erstkunde die Abnahme des Fliegers abgelehnt. Dabei waren Probleme mit der Kühlung der neuen Triebwerke des US-Hersteller Pratt & Whitney als Grund genannt worden. Auch die indische Fluglinie IndiGo, die 430 Exemplare aus der neo-Familie geordert hat, erhielt die erste Maschine nicht wie geplant bis Ende Dezember.

Die Neuauflage des seit den 1980er-Jahren gebauten Mittelstreckenjets mit einem Passagiergang hat sich für Airbus eigentlich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Ein Grund dafür sind Versprechungen von Airbus und Pratt & Whitney, den Kerosinverbrauch um 15 bis 20 Prozent zu senken. Seit Ankündigung zum Bau einer A320neo-Familie vor fünf Jahren hat der Flugzeugbauer nach eigenen Angaben mehr als 4.400 Bestellungen erhalten. Der weitaus größte Teil davon entfällt mit 3.327 Maschinen auf den A320neo, der laut Listenpreis gut 97 Millionen Euro kostet. Der etwas größere A321neo wurde bisher 1.067 Mal geordert, von dem kleinen A319neo 49 Exemplare.