Stand: 25.03.2016 07:36 Uhr

Elbvertiefung: Behörden legen ergänzten Plan vor

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Hamburg und der Bund wollen die Elbe einen Meter tiefer ausbaggern. Umweltschützer sind dagegen.

In dem langwierigen Verfahren um die Vertiefung der Fahrrinne der Elbe haben die Behörden am Donnerstag dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die verlangten Ergänzungen vorgelegt: Mehr als 1.000 Seiten umfassen die erweiterten Pläne für die Elbvertiefung zwischen Hamburg und Cuxhaven.

Ufer nach Pflanzen und Tieren kartiert

In den Papieren steckt die Arbeit von rund einem Jahr: So lange haben die Planer zusammen mit Biologen und anderen Spezialisten noch einmal genauer untersucht, wie sich die eine tiefere Fahrrinne auf Tiere und Pflanzen auswirkt. Dazu wurden an beiden Ufern der Elbe 4.000 Hektar nach Pflanzen und 2.000 Hektar nach Vögeln kartiert. "Bessere und breitere Erkenntnisse über einen Flussausbau hat es wohl in Deutschland noch nie gegeben", sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). Die Planer hätten Wasserstände und Peildaten aus sieben Jahrzehnten berücksichtigt. Äußerst gewissenhaft habe man alle Hinweise der Gerichte aufgenommen und professionell gearbeitet, sagt Hans-Heinrich Witte, Chef der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes.

Umweltschützer wollen eventuell auch nachbessern

Das Ergebnis ist laut Hamburger Wirtschaftsbehörde klar: Die bereits vorgesehenen Pläne zum Umweltschutz reichen aus. BUND und NABU lehnen das Vorhaben dagegen weiterhin ab. Man werde die neuen Pläne jetzt gründlich unter die Lupe nehmen, sagte BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch zu NDR 90,3. Danach wollen die Umweltschützer entscheiden, ob sie ihre Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht noch einmal nachbessern.

Das neue Verfahren war notwendig geworden, weil das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig 2014 einige Mängel in den bisherigen Plänen gerügt hatte. Außerdem hat der Europäische Gerichtshof inzwischen entschieden, wie die umstrittene Wasserrahmenrichtlinie der EU auszulegen ist - nämlich äußerst streng. Hamburg und der Bund wollen die Elbe einen Meter tiefer ausbaggern, damit Schiffe mit noch mehr Ladung als bisher den Hamburger Hafen tideunabhängig anlaufen können. Außerdem soll die Fahrrinne an einigen Stellen verbreitert werden. Die Kosten werden auf 600 Millionen Euro geschätzt.

Leipziger Entscheidung erst 2017?

Wann das Bundesverwaltungsgericht erneut über die Elbvertiefung berät und sein Urteil fällt, ist bislang unklar. Vor einigen Wochen hatte das Gericht noch in Aussicht gestellt, dass es möglicherweise nicht mehr in diesem Jahr verhandelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.03.2016 | 08:00 Uhr