Stand: 02.03.2013 12:55 Uhr

Elbphilharmonie: Bis 2016 schlüsselfertig?

Nach jahrelangem Streit haben sich die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief auf einen Weiterbau der Elbphilharmonie geeinigt. Dabei wurden die Vertragsverhältnisse zwischen der Stadt Hamburg, dem Baukonzern Hochtief und den Architekten von Herzog und de Meuron neu geregelt.

Konzerthaus Mitte 2016 "schlüsselfertig"

Das neue Vertragswerk soll sicherstellen, dass die Elbphilharmonie nach jahrelangen Bauverzögerungen und immer neuen Kostensteigerungen nun endlich zu einem verlässlichen Termin und Preis zu Ende gebaut wird. Für die Übernahme sämtlicher Risiken und zusätzlicher Bauleistungen zahlt die Stadt nochmals 195 Millionen Euro. Dafür garantiert Hochtief im Gegenzug, das Konzerthaus bis zum 30. Juni 2016 "schlüsselfertig" zu übergeben und die Gesamtabnahme bis Ende Oktober des selben Jahres abzuschließen. Eine letzte Summe von 72 Millionen Euro zahlt die Stadt erst, wenn die Elbphilharmonie fertig ist.

"Fertigstellung wird kein Spaziergang"

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Auf der Baustelle der Elbphilharmonie soll bald wieder gearbeitet werden.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte am Freitag, es sei in harter Arbeit gelungen, eine gute Grundlage für die künftige Zusammenarbeit zu schaffen. Klar sei aber auch: "Bei der Komplexität dieses Projektes sollte niemand glauben, dass die Fertigstellung des Konzerthauses ein Spaziergang wird." Sollte Hochtief in Verzug geraten, kann die Stadt zu jedem der im Vertrag vereinbarten Zwischentermine von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Zudem muss das Essener Bauunternehmen Strafzahlungen von 200.000 Euro pro verspätetem Werktag an die Stadt leisten, sollte es die Zwischenziele nicht einhalten. Unabhängige Sachverständige sollen die Qualität der Bauausführung bis zum Ende überwachen.

Chronologie

Elbphilharmonie: Die wichtigsten Etappen

Die Idee für eine neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher A stammt aus dem Jahr 2001, die Grundsteinlegung erfolgte 2007. Hier finden Sie unsere Chronologie zur Elbphilharmonie. mehr

Hochtief zeigt sich zufrieden

Der Baukonzern Hochtief bewertet die Vereinbarung mit der Stadt Hamburg positiv. "Der neue Vertrag löst die strukturellen Probleme des Projekts. Wir übernehmen mehr Verantwortung und können uns jetzt auf unsere Arbeit konzentrieren", sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter am Freitag. Auch die Architekten Herzog und de Meuron sehen die neue Vereinbarung als "beste Lösung", um nun die Elbphilharmonie zügig fertig zu stellen. Der Baufortschritt werde hoffentlich die ursprüngliche Begeisterung der Hamburger für das spektakuläre Bauwerk wieder entfachen.

Bürgerschaft muss noch zustimmen

Nun muss noch die Hamburgische Bürgerschaft der Einigung zustimmen. Das kann dauern. Vermutlich erst im Mai wird Hochtief die Arbeiten auf Hamburgs berühmtester Baustelle wieder aufnehmen. Statt ursprünglich 77 Millionen Euro soll das Konzerthaus nun 575 Millionen Euro (plus Umsatzsteuer) kosten und 2017 eröffnet werden - sieben Jahre später als geplant.

Skeptische Opposition will genau prüfen

Die Linken in der Bürgerschaft gehen davon aus, dass die Gesamtkosten in Hamburg am Ende viel höher liegen werden. "Wir rechnen derzeit mit 837 Millionen Euro", sagte die Abgeordnete Christiane Schneider. In die gleiche Kerbe schlagen auch die Grünen. "Bisher können wir nicht erkennen, dass diese Neuordnung alle Probleme löst", sagte Fraktionschef Jens Kerstan. "Beim Bau des Konzerthauses drohen weitere Millionenkosten." CDU und FDP kündigten eine Prüfung sämtlicher Unterlagen und Vertragsentwürfe an - eine Möglichkeit, die auch alle Bürger haben: Bürgermeister Olaf Scholz hat den Vertragsentwurf zur Elbphilharmonie im Internet veröffentlichen lassen.

Wie die Elbphilharmonie entstanden ist

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.03.2013 | 15:00 Uhr