Stand: 27.01.2016 16:04 Uhr

Eis-Drama am Teich: Polizei findet Messer

Nach der dramatischen Rettung eines Vaters und seines Babys aus dem eisigen Lohmühlenteich vor zwei Tagen hat die Polizei am Mittwoch in der Nähe ein Messer gefunden. Dabei könnte es sich um die Waffe zweier Männer handeln, die den 24-Jährigen überfallen haben sollen. Laut einer Polizeisprecherin sei aber noch völlig unklar, ob das Messer, das im Park beim Teich entdeckt wurde, die Tatwaffe ist.

Baby schwebt noch in Lebensgefahr

Unterdessen kämpfen die Ärzte weiterhin um das Leben des kleinen Mädchens. Das Universitätsklinikum Eppendorf teilte mit, dass eine Vorerkrankung zusätzlich den Zustand des drei Monate alten Babys belastet. "Der Säugling schwebt in akuter Lebensgefahr", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

Der 24 Jahre alte Vater war am Montagabend aus dem Lohmühlenteich in Hamburg-Eißendorf gerettet worden. Er trug seine kleine Tochter in einem Tragetuch. Der 24-Jährige hatte angegeben, er sei von zwei Männern überfallen und mit einem Messer verletzt worden. Auf der Flucht sei er ins Eis eingebrochen. Der Säugling konnte von Rettern wiederbelebt werden.

Brille bleibt verschwunden

Bild vergrößern
Die Polizei fand in dem Park am Lohmühlenteich ein Messer.

Eine Polizeisprecherin bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach der Mann angegeben hat, bei dem Überfall seine Brille verloren zu haben. Darum habe er in der Dunkelheit nicht genau sehen können, wohin er lief. Die Brille sei allerdings bislang nicht gefunden worden. "Wir haben keine Hinweise darauf, dass an der Darstellung des 24-Jährigen irgendetwas nicht stimmt", betonte die Polizeisprecherin. Es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Sie bestätigte, dass der Mann allein in Hamburg lebt und die Frau mit dem Kind in Süddeutschland. Der 24-Jährige und die Frau seien aber ein Paar und hätten sich nicht etwa getrennt.

Um offene Fragen zu klären, sollen nach Informationen von NDR 90,3 die Polizisten und Feuerwehrleute befragt werden, die bei der Rettungsaktion am Montagabend dabei waren. Der Einsatzleiter der Feuerwehr hatte danach erklärt, der Vater des Babys habe sich nicht retten lassen wollen und sei gewaltsam aus dem Lohmühlenteich gezogen worden. Unklar ist auch, warum der 24-Jährige seine Tochter nicht über Wasser hielt oder die Retter darauf aufmerksam machte, dass er das Baby in dem eiskalten Wasser in einem Tragetuch am Bauch trägt.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Der 24-Jährige sagte aus, die Männer, die ihn angegriffen hätten, seien etwa 30 Jahre alt. Einer sei 1,70 bis 1,75 Meter groß gewesen, habe dunkle Haare und habe eine dunkle Kapuzenjacke mit Fellbesatz getragen. Sein ebenfalls dunkelhaariger Komplize sei zehn Zentimeter größer gewesen. Beide sollen kein Deutsch gesprochen haben. Die Ermittler bitten nun Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer (040) 4286 - 56789 zu melden. Laut Polizei haben sich bereits mehrere Zeugen gemeldet. Noch ist aber unklar, was sie beobachtet haben.

Weitere Informationen

Eis-Drama: Was geschah am Lohmühlenteich?

Dramatische Rettungsaktion am Lohmühlenteich in Hamburg-Eißendorf: Dort ist ein Vater mit seinem Baby ins dünne Eis eingebrochen. War er auf der Flucht vor Verbrechern? Die Mordkommission ermittelt. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.01.2016 | 16:00 Uhr