Stand: 27.01.2016 13:38 Uhr

Eis-Drama: Was geschah am Lohmühlenteich?

Nach der dramatischen Rettung eines Vaters und seines Babys aus dem eisigen Lohmühlenteich in Hamburg setzen die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen fort. Der 24-Jährige und seine drei Monate alte Tochter waren am späten Montagabend im Stadtteil Eißendorf durch das dünne Eis gebrochen. Das Baby trug der Vater mit einem Tragetuch vor der Brust. Der Säugling musste von den Rettern wiederbelebt werden und liegt nun im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf der Intensivstation. Sein Zustand ist kritisch. "Der Säugling schwebt in akuter Lebensgefahr", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Der Vater war stark unterkühlt. Bei ihm wurden mehrere Stichverletzungen entdeckt. Er liegt in der Asklepios Klinik in Harburg. Unklar ist noch, was unmittelbar vor der Rettungsaktion geschah. Der Mann sagte laut Polizei, er sei auf der Flucht vor zwei Räubern auf den Teich gelaufen.

Anwohner hatten am Montagabend gegen 22.40 Uhr Hilferufe des Mannes gehört und die Polizei alarmiert. Die Beamten sicherten den bis zur Brust im Wasser stehenden Mann mit einer Rettungsleine. Helfer der Feuerwehr zogen ihn schließlich aus dem Wasser. Erst dann entdeckten die Retter den Angaben zufolge das Baby. Nach Angaben der Feuerwehr konnte sich der Mann nicht aus eigener Kraft aus dem Teich befreien. "Der Teich, ein aufgestauter Bach, ist sehr schlammig", sagte ein Feuerwehr-Sprecher. "Da drin versinkt man schnell bis über die Knie im Schlamm." Ein anderer Sprecher sagte NDR aktuell: "Der Mann war unkooperativ und wollte sich zunächst nicht retten lassen." Die Feuerwehr habe ihn gewaltsam aus dem Wasser gezogen. Möglicherweise stand der Mann unter Schock.

Bei Spaziergang überfallen?

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Taucher der Feuerwehr suchen den Lohmühlenteich ab.

Der 24-Jährige, der in der Nachbarschaft des Teichs wohnt, sagte der Polizei, er sei mit seiner Tochter im Tragetuch spazierengegangen. Plötzlich sei er von zwei Männern überfallen worden, die von ihm Handy und Geld verlangt hätten. Da er nichts dabei gehabt habe, sei er von einem der Männer mit einem Messer verletzt worden. Er sei geflüchtet und dabei auf dem Lohmühlenteich in das dünne Eis eingebrochen, sagte er laut Polizei. Die in Süddeutschland lebende Mutter des Mädchens war mit dem Kind zu Besuch bei dem 24-Jährigen. Sie wird nun jetzt psychologisch betreut.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Der 24-Jährige sagte aus, die Männer, die ihn angegriffen hätten, seien etwa 30 Jahre alt. Einer sei 1,70 bis 1,75 Meter groß gewesen, habe dunkle Haare und habe eine dunkle Kapuzenjacke mit Fellbesatz getragen. Sein ebenfalls dunkelhaariger Komplize sei zehn Zentimeter größer gewesen. Beide sollen kein Deutsch gesprochen haben. Die Ermittler bitten nun Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer (040) 4286 - 56789 zu melden. Laut Polizei haben sich bereits mehrere Zeugen gemeldet. Noch ist aber unklar, was sie beobachtet haben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.01.2016 | 18:00 Uhr