Stand: 25.03.2016 08:00 Uhr

Die Kröten sind schon auf dem Ostermarsch

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Vorsicht, Kröte! Naturschützer bitten Autofahrer, in den Wanderungsgebieten Tempo 30 nicht zu überschreiten.

Hamburg steht in den kommenden Nächten ein großer Ostermarsch bevor: Rund 10.000 Kröten machen sich auf den Weg durch die Hansestadt. Der große Umzug werde angesichts der milden Temperaturen am Wochenende seinen Höhepunkt erreichen, sagte eine NABU-Sprecherin. Die wanderfreudigen Amphibien begeben sich jeden Frühling zur Laichablage an ihren Geburtsort zurück. Einzige Bedingung: Eine Nachttemperatur von über null Grad. Dieses Jahr seien die Tiere aufgrund der bislang kalten Temperaturen spät dran, so die Sprecherin.

Zäune an den Straßenrändern

Damit die Kröten auf ihrer Prozession geschützt sind, errichteten rund 100 NABU-Freiwillige mehr als zwei Kilometer Zaun an Straßenrändern. So gelangen die Tiere dort nicht auf die Fahrbahn, sondern fallen in bereitgestellte Eimer. Freiwillige Helfer tragen sie dann täglich über die Straße.

In der Hansestadt liegen nach Angaben des Umweltverbandes 24 Gebiete auf den Wanderrouten der Kröten. Darunter befänden sich der Ohlsdorfer Friedhof und das Naherholungsgebiet in Hamburg-Alstertal.

Hier wandern nach NABU-Angaben besonders viele Amphibien:

  • Alstertal

    Eichelhäher Kamp (Krötentunnel)

  • Bergedorf

    Alle Wege und Straßen in den Vier- und Marschlanden, Reitdeich (gesperrt)

  • Bramfeld

    Ohlsdorfer Friedhof, Bramfelder See

  • Duvenstedt

    Sarenweg

  • Hamburg-West

    Klövernsteenweg (Krötentunnel), Falkensteiner Ufer

  • Harburg

    Vahrendorfer Stadtweg (Krötentunnel), Nordrand des Naturschtzgebiets "Moorgürtel", Falkenbergsweg (südlich des Quellgrunds), Neuländer Elbdeich, Großmoordamm

  • Lokstedt

    Deelwisch

  • Niendorf

    Sperlingsweg/Rahweg

  • Rahlstedt

    Hagenweg

  • Schnelsen

    Grootwisch, Bönningstedter/Schnelsener Weg

  • Walddörfer

    Wiemerskamp Weg, Moorredder (Volksdorf), zwischen Rader Wald und Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook

  • Wedel

    Moorweg/Wespenstich, Breiter Weg, Holmer Straße

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Straßensperrungen für ungefährdetes Wandern

Beobachten kann man die Tiere allerdings meist nur nachts. Zwei Straßen werden zeitweise für den Verkehr gesperrt, damit sie ungefährdet wandern können: In Rahlstedt ist der Hagenweg ab Fatsbaag betroffen, in Bergedorf der Reitdeich.

Tipps für Autofahrer und Hausbesitzer

Die Naturschützer bitten Autofahrer, auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht zu überschreiten. Hausbesitzer sollten mögliche Tierfallen wie Lichtschächte, Kellertreppen oder die Aufnahme für die Wäschespinne überprüfen. Wer die Amphibien aus den "Fallen" befreien will, aber das Anfassen scheut, kann den Tieren ein schräg gestelltes Brett als Ausstieg anbieten.

Für den Bestand der Kröten in Hamburg seien Verluste tragisch: Mit Ausnahme der Erdkröte gelten alle in der Hansestadt vorkommenden Amphibienarten als gefährdet und stehen auf der Roten Liste.

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