Stand: 14.01.2016 11:17 Uhr

Abdollahi gewinnt Deutschen Fernsehpreis

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Abdollahi setzte sich damit unter anderem gegen Dunja Hayali vom ZDF durch.

Michel Abdollahi ist mit dem Deutschen Fernsehpreis 2016 ausgezeichnet worden. Der NDR Reporter gewann in der Kategorie "Beste Persönliche Leistung Information: Engagement und Haltung" mit seinen Straßenaktionen im NDR Kulturjournal und seiner Reportage "Im Nazidorf". Für diese lebte Abdollahi vier Wochen lang im mecklenburgischen Jamel, einem Dorf, das seit Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen sorgt, und versuchte, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Mit seinen Straßenumfragen wie "Ich bin Muslim. Was wollen Sie wissen?" setzte er in der Vergangenheit immer wieder Zeichen gegen Vorurteile und Hetze gegen Ausländer.

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Auf Facebook dankte er seinen Fans und teilte seinen Preis mit den Mitstreitern:

Abdollahi setzte sich gegen Dunja Hayali vom ZDF und die NDR Kollegin Anja Reschke durch, die in derselben Kategorie nominiert waren und ebenfalls mit ihren Beiträgen Haltung im Kampf gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit zeigen. In einem viel beachteten "Tagesthemen"-Kommentar bezog Reschke im letzten Jahr Stellung gegen Hetze im Netz, die im Rahmen der Flüchtlingskrise eine völlig neue Dimension bekommen hat und immer noch hoch aktuell ist. Hayali berichtete unter anderem im ZDF-"Morgenmagazin" von einer AfD-Demo in Erfurt.

Glückwünsche des Intendanten

NDR Intendant Lutz Marmor gratulierte Abdollahi herzlich: "Seine Aktionen sind gekennzeichnet von Mut und Fantasie, gepaart mit einer Portion Chuzpe. Berührungsängste sind ihm fremd. Seine Filme bieten einen erfrischend anderen Blick auf gesellschaftliche Zustände." Auch Reschkes Leistungen würdigte Marmor: "Schon die Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis ist eine Auszeichnung."

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Die ebenfalls für den Deutschen Fernsehpreis nominierte NDR Koproduktion "Altersglühen - Speed Dating für Senioren" (WDR/NDR) gewann in der Kategorie "Bester Schnitt", musste sich aber beim Hauptpreis ("Bester Film") geschlagen geben, genau wie die zweite NDR Koproduktionen "Todesflug MH 17 - Warum mussten 298 Menschen sterben?" ("Beste Dokumentation/Reportage"; WDR/NDR/Süddeutsche Zeitung).

Preis auch für Lübecker Jonas Nay

Das KZ-Drama "Nackt unter Wölfen" (ARD) holte am Ende die Auszeichnung als bester Fernsehfilm. Der Preis für den besten Schauspieler ging dann noch einmal nach Norddeutschland: Der Lübecker Jonas Nay freute sich über die Auszeichnung für seine Rollen in "Deutschland 83" (RTL) und "Tannbach - Schicksal eines Dorfes" (ZDF).

Der Deutsche Fernsehpreis wird von ARD, ZDF. RTL und SAT.1 gestiftet und wurde in diesem Jahr an den Düsseldorfer Rheinterrassen verliehen. Eine elfköpfige Fachjury hatte aus über 800 eingereichten Vorschlägen 49 Nominierungen in 20 Kategorien ausgesprochen. Die Sieger wurden erstmals nicht mit einer TV-Gala geehrt, sondern im Rahmen des Branchentreffens bekannt gegeben.

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