Stand: 16.01.2017 16:24 Uhr

Christianeum: Bücherschatz in neuer Bibliothek

Nach einer aufwendigen Sanierung ist die historische Bibliothek des Gymnasiums Christianeum im Hamburger Stadtteil Othmarschen am Montag neu eröffnet worden. Sie ist laut Kulturbehörde die größte deutsche Gymnasialbibliothek, die noch in Originalsammlung in einer Schule enthalten ist.

Eine Bücherwand aufgereiht in einem Regal.

Historischer Bücherschatz im Christianeum

Hamburg Journal -

Die historische Bibliothek des Hamburger Gymnasiums Christianeum ist feierlich wiedereröffnet worden. Anke Harnack hat mit Olaf Scholz und Ties Rabe gesprochen.

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"Diese Bibliothek bietet eine Orientierung in der Welt der Gedanken", sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bei der feierlichen Eröffnung. Das Christianeum schaffe auf diese Weise "eine bibliophile Brücke zwischen Geschichte und Moderne". Schulsenator Ties Rabe (SPD) bezeichnete die Einrichtung als ein "Kulturgut deutscher Bildungsgeschichte". Die Bücher stünden auch interessierten Bürgern zur Verfügung.

Rund 25.000 Bände

Die Sammlung umfasst rund 25.000 Bände aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, darunter wertvolle mittelalterliche Handschriften. Zu den Prunkstücken gehören die "Göttliche Komödie" von Dante und "Il Filostrato" von Boccaccio. Ferner finden sich in der Bibliothek eine Wittenberger Gesamtausgabe der Werke Luthers aus den Jahren 1539 bis 1559, eine Berechnung der Kometenlaufbahn von Johannes Kepler mit dem Titel "De Cometis" (1619) und ein Mathe-Lehrbuch aus dem Jahr 1599.

Dänische Wurzeln

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"Wie bei Harry Potter": Heike Müller betreut die Bibliothek im Christianeum.

Die Entstehung des Bücherschatzes ist eng mit der deutsch-dänischen Geschichte der Schule verknüpft. 1738 ließ König Christian VI. von Dänemark das Gymnasium gründen. Altona stand damals unter dänischer Verwaltung. Das dänische Steuerrecht habe Schenkungen begünstigt, erklärte Schulleiterin Diana Amann.

Mit Millionen saniert

Heute ist das Christianeum das größte von vier humanistischen Gymnasien in Hamburg. Die rund 1.000 Schüler lernen Latein und Altgriechisch. Die Stadt Hamburg hat in die Sanierung eines 1972 eingeweihten Neubaus 16 Millionen Euro gesteckt, davon entfallen 1,2 Millionen auf die neue Bibliothek im Keller des Gebäudes.

"Wie bei Harry Potter"

Betreut wird diese Schatzkammer von Bibliothekarin Heike Müller. Sie soll Schülern und Lehrern beim Umgang mit den wertvollen Werken helfen. "Die Kinder sagen, das sieht aus wie bei Harry Potter", sagte sie beim Blick auf die Regale voller alter Bücher.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 16.01.2017 | 19:30 Uhr

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