Stand: 19.02.2016 13:36 Uhr

Busbeschleunigung kommt nicht in Fahrt

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Auch Proteste gegen die Busbeschleunigung auf der Linie 6 haben zu den Verzögerungen geführt.

Eines der umstrittensten Verkehrsprojekte in Hamburg sorgt erneut für Schlagzeilen. Viele Bauvorhaben der Busbeschleunigung werden erst zwei Jahre später fertig als geplant. Das hat die Verkehrsbehörde jetzt bestätigt, wie NDR 90,3 berichtete. Erst auf zwei der sieben Buslinien sind die geplanten Straßen- und Kreuzungsumbauten fertig geworden. Als Gründe nennt die Behörde Proteste und andere Baustellen.

Umstrittene Busbeschleunigung sollte 2016 fertig sein

Der Umbau von Kreuzungen, neue Bushaltestellen und schnellere Ampelschaltungen: An vielen Stellen in der Stadt sollten sie eigentlich schon Ende dieses Jahres dafür sorgen, dass Linienbusse nicht mehr so häufig stehen bleiben müssen. Schon einmal wurde der Terminplan um ein Jahr nach hinten verschoben. Jetzt ist klar: Vor 2019 werden viele Maßnahmen der Busbeschleunigung nicht fertig sein.

Der Hauptgrund liegt der Verkehrsbehörde zufolge in den massiven Proteste von Anwohnern. Sie sorgten dafür, dass die Pläne überarbeitet werden mussten. Zum Beispiel bei der Metrobuslinie 6, die durch Winterhude fährt. Aber auch andere Baustellen in der Stadt sorgen dafür, dass die Busbeschleunigung warten muss. Sonst wären zu viele Straßen blockiert und der Verkehr würde zusammenbrechen. An der Metrobuslinie 3 zwischen der City und Schenefeld zum Beispiel kann deshalb nicht weitergebaut werden. Dort, wie auch bei der Linie 2, sind die Umbauten erst zu einem Drittel fertig. Teurer würde die Busbeschleunigung durch diese Verzögerungen jedoch nicht, erklärt die Behörde.

Vollste Buslinie schon umgestellt

Auf Hamburgs vollster Buslinie, der M5 nach Niendorf, und auf der Linie 7 Richtung Steilshoop sind hingegen alle Bauarbeiten abgeschlossen. Dadurch können dort nun 25 Prozent mehr Fahrgäste mitgenommen werden, erklärte ein Hochbahnsprecher. Er wies darauf hin, dass auch dort, wo noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen seien, bereits Verbesserungen zu spüren seien: zum Beispiel durch ein sanfteres An- und Abfahren an den Haltestellen.

Kritik von der Opposition

Wieland Schinnenburg von der FDP würde das umstrittene Verkehrsprojekt am liebsten sofort stoppen. Allein auf der Linie 6, die durch St. Georg und Winterhude fährt, seien bereits 3,5 Millionen Euro verbaut worden, ohne dass sich die Fahrtzeit der Busse verkürzt hätte, kritisiert Schinnenburg bei NDR 90,3. Der Nutzen für die Fahrgäste sei minimal, aber die Kostens immens - so sieht es auch der Verkehrsexperte der CDU, Dennis Thering. Die Stadt sollte die 260 Millionen Euro, die sie für die Busbeschleunigung ausgeben will, lieber in die Sanierung von Straßen, Fuß- und Radwegen stecken, sagte Thering.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.02.2016 | 13:00 Uhr