Stand: 10.11.2015 09:05 Uhr

Bürgermeister Scholz sieht Chancen in China

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) rechnet nicht damit, dass sich die abkühlende Konjunktur in China langfristig negativ auf Hamburg auswirkt. "Der Handel geht immer auf und ab", sagte Scholz am Montag zum Auftakt seiner einwöchigen Chinareise auf einer Pressekonferenz in Peking. Man müsse daher als Handelsstadt auch auf Situationen vorbereitet sein, "in der es wirtschaftlich etwas weniger voran geht", so Scholz. Chinas Außenhandel ist in diesem Jahr stark zurückgegangen, worunter zurzeit auch das Frachtgeschäft in Hamburgs Hafen leidet.

China sei in einer Phase der "Normalisierung"

Allein im Oktober waren Chinas Exporte um 6,9 Prozent eingebrochen, die Importe gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18,8 Prozent zurück, wie die Zollverwaltung am Sonntag in Peking mitgeteilt hatte. An eine harte Landung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt glaubt Scholz aber dennoch nicht. Nach einer massiven Expansion in China gebe es nun eine Phase der "Normalisierung", die immer mit hohen Wachstumszahlen verbunden sei. Hamburg kalkuliere damit, dass sich der weltweite Güterumschlag in den kommenden fünf bis zehn Jahren etwa verdoppelt. Davon profitiere dann auch der Hamburger Hafen.

In Peking und Schanghai will Scholz vor allem für enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Hansestadt und dem bevölkerungsreichsten Land der Welt werben. China ist die wichtigste Säule für den Containerumschlag im Hamburger Hafen. Ein Drittel aller Container kommen aus oder gehen nach China.

Gespräche zu Olympia und Wirtschaft geplant

Begleitet wird Scholz von einer Wirtschaftsdelegation. Darunter sind unter anderem Jens Meier, der Chef der Hamburg Port Authority, Airbus-Vize Georg Mecke und der Geschäftsführer der Olympia-Bewerbungsgesellschaft, Nikolas Hill. China hatte die Ausschreibungen für Olympische Spiele zwei Mal gewonnen - für den Sommer 2008 und den Winter 2022.

Geplant sind Treffen mit dem Vorsitzenden des chinesischen olympischen Komitees, Liu Peng, sowie mit Chinas Vizepremierminister Ma Kai. Zudem gibt es Gespräche mit Wirtschaftsvertretern, Banken, Flugzeugzulieferbetrieben und Reedereien. Scholz will auch für das künftige Wahrzeichen Hamburgs werben: die Elbphilharmonie. Nach der Eröffnung 2017 soll es zum touristischen Magneten werden. Bereits vor vier Jahren war Scholz zu Gesprächen in China gewesen.