Stand: 11.05.2017 17:58 Uhr

Berufswege werden "Pflichtfach" an der Oberstufe

Was will ich werden? Diese Frage stellen sich viele Schüler erst nach dem Abitur. Die Hamburger Schulbehörde führt deshalb für alle Oberstufenschüler eine verbindliche Berufsorientierung ein - bislang gibt es das nur in der Mittelstufe der Stadtteilschulen.

Ein Schulklasse

Schulsenator fordert bessere Berufsberatung

Hamburg Journal -

Ein Drittel aller Abiturienten fühlt sich nicht ausreichend über Studium und Beruf informiert. Die Schüler sollen deshalb künftig Unterricht zur Berufsorientierung bekommen.

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34 Schulstunden und auch Noten

Dazu werden vom kommenden Schuljahr an in der Studienstufe mindestens 34 Schulstunden reserviert, an jeder Schule ein Fachleiter abgestellt und auch ein eigener Lehrplan entwickelt, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Donnerstag sagte. Die Leistungen der Schüler in diesem Unterricht würden dann auch benotet, denn "dann machen auch alle richtig mit". Bereits nach den kommenden Sommerferien beginnen die Schulen mit einer Erprobungsphase und werden Schritt für Schritt dieses Konzept umsetzen, damit dann ab dem Sommer 2018 dieses Angebot verbindlich verankert werden kann.

Duale Berufsausbildung soll gefördert werden

Hintergrund ist die relativ hohe Abbrecherquote an Hochschulen auf der einen und die hohe Zahl freier Lehrstellen auf der anderen Seite. Rabe machte keinen Hehl daraus, dass er so auch mehr junge Leute mit Hochschulzulassung in eine duale Ausbildung bringen möchte. "Die Automatik, mit der viele ins Studium streben, ist gemessen daran, wo später der Erfolg wirklich stattfindet, nicht immer vernünftig", sagte Rabe. Er wolle niemandem das Studium ausreden. Aber die jetzige Praxis zeige, "dass die Studienentscheidung doch häufig zu schnell getroffen wird und offensichtlich vielleicht auch ein Informationsmangel über die duale Berufsausbildung der Grund ist".

300 Ausbildungsberufe, 17.000 Studiengänge

Rabe verwies auf eine Studie aus dem Jahr 2014, wonach 74 Prozent der Gymnasiasten an die Hochschulen strebten - und das, obwohl sich 37 Prozent unzureichend über ihre berufliche Möglichkeiten informiert fühlen. Die Eltern seien dabei auch kaum mehr eine Hilfe, hätten doch inzwischen 51 Prozent von ihnen gar keine Vorstellungen davon, was ihr Kind einmal werden könnte, sagte Rabe. Grund sei wohl auch das kaum zu durchschauende Angebot von mehr als 300 Ausbildungsberufen und 17.000 verschiedenen Studiengängen.

Als längst überfällig bezeichneten die Oppositionsparteien die Pläne - aber auch als nicht ausreichend. Auch in den Gymnasien müsse es schon in der Mittelstufe eine Berufsorientierung geben, gaben CDU und FDP zu bedenken. Die Linken wiederum nannten die Ausstattung ungenügend, weil keine zusätzlichen Lehrkräfte dafür vorgesehen seien.

Weitere Informationen

Jeder dritte Schulabgänger beginnt Ausbildung

Über 1.700 der 5.000 Hamburger Schulabgänger beginnen direkt nach der zehnten Klasse eine Ausbildung. Schulsenator Ties Rabe ist zufrieden. Seine Reformen seien richtig. (11.12.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.05.2017 | 17:00 Uhr

01:39

Schulsenator fordert bessere Berufsberatung

11.05.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Ein Drittel aller Abiturienten fühlt sich nicht ausreichend über Studium und Beruf informiert. Die Schüler sollen deshalb künftig Unterricht zur Berufsorientierung bekommen. Video (01:39 min)

mit Video

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